Talente im Land

Eine neue Kooperation und ein neues Programm für Bayern: Die Stiftung Bildungspakt Bayern und die Robert Bosch Stiftung starten gemeinsam ein Stipendienprogramm für begabte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund: "Talent im Land - Bayern". Pro Schuljahr werden 50 Jugendliche, die eine Hochschulreife anstreben, als Stipendiaten aufgenommen und durch die Stiftungen gefördert.

25.02.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Rund 150.000 ausländische Schülerinnen und Schüler besuchen die bayerischen Schulen, darunter viele begabte und engagierte Persönlichkeiten. Dieses Potenzial stärker zur Entfaltung zu bringen, das ist unser Auftrag", sagt Regina Pötke, Geschäftsführerin der Stiftung Bildungspakt Bayern. Denn derzeit erreichen nur rund 8,5 Prozent der ausländischen Schülerinnen und Schüler in Bayern die Fachhochschulreife bzw. die Hochschulreife. Hier wolle man ansetzen und die gemeinsamen Anstrengungen verstärken. Eine erfolgreiche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei wesentlich für die Weiterentwicklung der Gesellschaft.

"Mit der Sprachstandsdiagnose im Kindergarten, den Vorkursen und den Sprachlernklassen haben wir in Bayern ein Fundament für eine intensive Sprachförderung gelegt. Mit dem 'Talent-im-Land-Programm' unterstützen die beiden Stiftungen unsere Anstrengungen und fördern auch ältere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund", sagte Kultusministerin Monika Hohlmeier am Mittwoch bei der Pressekonferenz in München. Sie dankte der Stiftung Bildungspakt Bayern und der Robert Bosch Stiftung für ihr großes Engagement und sagte eine zusätzliche Unterstützung des Projekts aus Mitteln des Kulturfonds Bayern zu.

"Talent im Land" wird von der Robert Bosch Stiftung und ihren Partnern seit 2003 erfolgreich in Baden-Württemberg durchgeführt. Mit Bayern kommt nun ein zweites Bundesland hinzu. "Die Erfahrungen in Baden-Württemberg zeigen, dass unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten eine große Fülle an Talenten aufweisen, die sich nicht nur in einem guten Notendurchschnitt manifestieren", so Günter Gerstberger, Programmbereichsleiter der Robert Bosch Stiftung.

"Viele Kinder aus Zuwandererfamilien sind außerordentlich begabt und engagiert. Sie verdienen unsere besondere Hochachtung und vor allem unsere Förderung", betonte Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. Die Stipendiaten seien Vorbilder für alle Kinder aus Zuwandererfamilien, "denn sie zeigen, welche Leistungsbereitschaft, Kreativität und interkulturelle Kompetenz in ihnen steckt. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir das Programm "Talent im Land" in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bildungspakt Bayern nun für den gesamten süddeutschen Raum ausbauen konnten."

Das Stipendium umfasst neben finanzieller Unterstützung individuelle Betreuung der Jugendlichen sowie Seminare zur Fortbildung und zum Dialog. Die finanzielle Förderung beträgt zwischen 100 und 400 Euro pro Monat. Je nach Bedarf werden zusätzlich Sprachkurse, Klassenfahrten oder der Kauf eines Computers bezuschusst. Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler, die mindestens 14 Jahre alt sind oder die 8. Klasse einer weiterführenden Schule besuchen und die Hochschulreife anstreben. Die Ausschreibung startet Ende Februar, Bewerbungsschluss ist heuer der 1. Mai.

Von allen Bewerberinnen und Bewerbern wird eine Auswahl zum Gespräch mit einer unabhängigen Jury eingeladen. In dieser Jury sind Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen vertreten, die dann über die Aufnahme in das Programm entscheiden. Im Herbst werden die Stipendiaten im Rahmen einer Feierstunde vorgestellt.

Die beiden Stiftungen stellen zu gleichen Teilen im Jahr rund 900.000 Euro für das Programm zur Verfügung. "Mit dem Stipendienprogramm wollen wir einen Beitrag zur besseren Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund leisten. Zudem sollen unsere Stipendiaten anderen Jugendlichen Mut machen, sich in ihrer Schule zu engagieren und sich einzubringen", sagte Pötke. Das Motto des Programms laute: "Bildung fördert Integration. Wir fördern Bildung."


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