Baden-Württemberg

VBE begrüßt Absichtserklärung für ein verpflichtendes Kindergartenjahr im Wahlprogramm der CDU

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht in der Einführung eines kostenfreien, dafür verpflichtenden Kindergartenjahres einen gewaltigen bildungspolitischen Schritt nach vorne. Die CDU hatte sich dieser Neuerung bisher strikt verweigert, das kostenlose Pflichtkindergartenjahr jetzt aber nun doch in dem in Donaueschingen verabschiedeten Wahlprogramm festgeschrieben. Es sei sinnvoll, so VBE-Chef Gerhard Brand, mit Bildung und Erziehung schon bei den Jüngsten anzufangen. Seit 2005 fordert der VBE ein verpflichtendes "Basisjahr" für Fünfjährige, das im Verantwortungsbereich der Grundschule anzusiedeln ist.

30.01.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Dieses gemeinsam von Kindergarten und Grundschule getragene Basisjahr sollte, so der VBE, für alle Kinder ab dem 5. Lebensjahr verpflichtend werden. Es garantiert die notwendige Zeit für Diagnose und Förderung und ermöglicht begabungsgerechtes und integratives Lernen, auch unter dem Aspekt der besonderen Förderung von Kindern aus Familien mit nichtdeutscher Muttersprache und solchen, in denen generell zu wenig miteinander gesprochen wird.

"Die Spracharmut in einer von Bildern heillos überfluteten Gesellschaft spiegelt sich auch in der mangelhaften Ausdrucksfähigkeit vieler Kinder wieder", beklagt VBE-Landeschef Gerhard Brand, "denn übermäßiger Medienkonsum verhindert nicht nur Eigentätigkeit, Produktivität und Kreativität der Kleinen, sondern führt auch zur Sprachlosigkeit." Der psychische und physische Gesundheitszustand der Kinder von heute ist belastet durch Funktionsstörungen, Haltungsschäden, Übergewicht, Allergien, durch nervöses und hyperaktives Verhalten sowie durch fehlende Sekundärtugenden. Das Konsumverhalten der Spaßgesellschaft wirkt sich zunehmend negativ aus auf Belastbarkeit, Motivation, Leistungsvermögen und Bereitschaft zum eigenen Engagement. Kinder erleben, wie alles scheinbar sofort machbar oder lieferbar ist, und lassen eigene Anstrengungsbereitschaft immer mehr vermissen.

Das in Baden-Württemberg eingeführte Modell "Schulanfang auf neuen Wegen" war schon richtungsweisend. Fehlende Ressourcen zur Individualförderung und Kleingruppenbildung förderten jedoch bisher das Misstrauen gegenüber der Ernsthaftigkeit des politischen Willens, die Kleinen optimal zu fördern.


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