"Das BAföG macht Deutschlands Hochschulen sozial durchlässiger"

- Deutsches Studentenwerk (DSW) freut sich über BAföG-Erhöhung - Appell an Studierende: BAföG-Antrag stellen - DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: BAföG regelmäßig erhöhen, keine Altersgrenze für Master-Studiengänge, BAföG-Mitnahme in alle 46 Länder des europäischen Hochschulraums

09.10.2008 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

"Deutschland braucht ein starkes BAföG, damit unser Hochschulsystem endlich sozial durchlässiger wird", erklärte Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), heute in München zum Auftakt des Jahrestreffens der BAföG-Verantwortlichen aus allen 58 Studentenwerken. Mit Blick auf den gemeinsamen Bildungsgipfel von Bund und Ländern am 22. Oktober in Dresden sagte Meyer auf der Heyde: "Wir brauchen auf allen Stufen unseres Bildungssystems mehr soziale Durchlässigkeit. Für das Hochschulstudium ist das BAföG ein Schlüsselinstrument dafür. Es ist ein starkes Argument für junge Menschen aus einkommensschwächeren Familien, sich für ein Studium zu entscheiden." Die von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung der Bedarfssätze und Freibeträge zu diesem Wintersemester 2008/2009 sei "ein wichtiges bildungspolitisches Signal für mehr Chancengleichheit", sagte Meyer auf der Heyde. Er appellierte an die Studierenden, einen BAföG-Antrag zu stellen, um von der BAföG-Erhöhung auch zu profitieren.

Allerdings müsse nun das BAföG regelmäßig an die Preis- und Einkommensentwicklung angepasst werden, forderte Meyer auf der Heyde: "Beim BAföG können Bund und Länder beweisen, wie ernst es ihnen mit der sozialen Durchlässigkeit ist."

Der DSW-Generalsekretär monierte außerdem, dass die bisher gültige Altersgrenze von 30 für das neue Bachelor- und Master-Studiensystem nicht mehr zeitgemäß sei und fallen müsse: "Alle sprechen vom Lebenslangen Lernen, das muss auch beim BAföG gelten. Es muss möglich sein, nach einem Bachelor-Abschluss und einigen Jahren Berufspraxis BAföG für einen Master-Studiengang zu erhalten, ganz egal, wie alt man dann ist."

Ein Hindernis für die studentische Mobilität sieht Meyer auf der Heyde darin, dass die BAföG-Förderung zwar für alle Mitgliedsstaaten der EU gelte, nicht aber für alle 46 Länder des Bologna-Prozesses. "Hier brauchen wir eine rasche Lösung, denn schließlich ist die Mobilität der Studierenden eine Kernanliegen der Bologna-Reform", so Meyer auf der Heyde.

Vor mehr als 150 Gästen aus Politik, Ministerien, Hochschulen und Studentenwerken kritisierte Meyer auf der Heyde, dass die Hochschulpolitik in Deutschland derzeit alles andere als eine soziale Öffnung der Hochschulen betreibe. "Studiengebühren, flächendeckende Numeri clausi oder langwierige Zulassungsverfahren: Das sind falsche Signale und falsche Weichenstellungen. Die Botschaft an viele junge Menschen und ihre Familien ist: geschlossene Gesellschaft, verschlossene Türen", sagte Meyer auf der Heyde. "Das spricht allen Beteuerungen Hohn, man wolle mehr Studierende, mehr Fachkräfte, mehr Hochqualifizierte."

Nach DSW-Schätzungen sind es rund vier Millionen Menschen, die seit der Einführung des BAföG 1971 von dieser staatlichen Studienfinanzierung profitiert haben. Derzeit erhalten rund 500.000 Studierende BAföG; die durchschnittliche monatliche Förderung beträgt 363 Euro. 79% der BAföG-geförderten Studierenden geben an, ohne das BAföG nicht studieren zu können.

Die Quote der geförderten Studierenden ist mit 25% am höchsten bei den Ingenieurwissenschaften sowie der Fächergruppe Sozialwissenschaften/Psychologie/ Pädagogik, gefolgt von Mathematik/Naturwissenschaften mit 23%.

Nach mehreren Jahren Stillstand hat die Bundesregierung zu diesem Wintersemester 2008/2009 die Bedarfssätze um 10%, die Freibeträge vom Elterneinkommen um 8% erhöht. Der BAföG-Höchstsatz steigt dadurch von 585 Euro auf 643 Euro im Monat; nach Schätzungen der Bundesregierung sollen 100.000 Studierende zusätzlich die Förderung erhalten. Das BAföG wird zu 65% vom Bund und zu 35% von den Ländern finanziert.


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