"Die Stimme der Hochschulen": Neues HRK-Projekt: Beratung der Hochschulen in der zukunftsorientierten Lehre
Ein neues Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bietet schwerpunktmäßig Beratung für die Hochschulen bei der Gestaltung von Studienstruktur und Studienprogrammen. In der HRK soll das Wissen aus und für die Hochschulen zusammenlaufen, das für die Gestaltung eines guten Studiums notwendig ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dafür sechs Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren zur Verfügung gestellt.
30.06.2010 Pressemeldung HochschulrektorenkonferenzDie Zahl der Studierenden nimmt zu, die Erwartungen an die Absolventinnen und Absolventen wachsen, der Wettbewerb in Forschung und Lehre mit differenzierten Hochschulprofilen und Strategien gehört längst zum Alltag. Gleichzeitig drängen immer stärker Interessenten mit ganz unterschiedlichen Vorerfahrungen in die Hörsäle. Die Bologna-Reformen waren ein wichtiger Schritt der vergangenen Jahre, um für diese Herausforderungen europaweit geeignete Strukturen zu schaffen. Die Hochschulberatung der HRK soll jetzt bei den nächsten Schritten helfen, Studieninhalte und Studienbedingungen weiter zu entwickeln.
Die Studierenden und ihre individuellen Bedürfnisse sollen bei der Gestaltung von Studienprogrammen im Vordergrund stehen. Die bisherige Strukturreform unter den bekannt schwierigen Bedingungen hat diesen Anspruch noch nicht ausreichend erfüllt und die Hochschulen gehen diese Aufgabe an. Dabei wird sie das Projekt der HRK nun intensiv unterstützen können.
Wie wichtig das ist, zeigt sich an der zunehmenden Vielfalt der Studierendenbiographien: An die Hochschulen kommen immer mehr Quereinsteiger, die zuvor eine Berufsausbildung absolviert haben; es gibt mehr Bewerber mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen, bildungsfernen Familien. Die Zugangswege zum Studium und die Beratungsangebote müssen dem Rechnung tragen.
Hinzu kommt die Mobilität: Jede deutsche Hochschule hat inzwischen Partnerschaften im Europäischen Hochschulraum und darüber hinaus, ein Auslandsaufenthalt ist für viele Studierende zur Normalität geworden. Aber wie lassen sich gemeinsame Qualitätsstandards für die Anerkennung von Studienleistungen aus dem Ausland etablieren, wie lassen sich die Lehrpläne passgenauer aufeinander abstimmen? Auch das ist eine Fragestellung, mit der sich das Beratungsteam der HRK auseinandersetzt.
Dabei geht es nicht darum, allen Hochschulen standardisierte Konzepte überzustülpen. Gerade in der Diversität unseres Hochschulsystems liegt die Stärke, die sich auch im Studienangebot niederschlagen muss. An dieser Stelle setzt das neue Beratungszentrum an: Dort werden die Erfahrungen der Hochschulen mit ihren individuellen Strategien gebündelt. Eine zentrale Schnittstelle für das geballte Know-how der deutschen Hochschulen soll so entstehen; von den guten Ideen aus der Praxis können dann viele Hochschulen profitieren. Von der Vielseitigkeit der Reformstudiengänge soll das Beratungszentrum aber auch die künftigen Arbeitgeber überzeugen: Über den Bachelor-Abschluss wissen viele Unternehmen noch viel zu wenig. Diese Lücke soll geschlossen werden.
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