NRW-Hochschulen präsentieren sich vom 9. bis 15. März in Hannover

Nordrhein-westfälische Hochschulen und Forschungseinrichtungen präsentieren am Gemeinschaftsstand des Innovationsministeriums auf der CeBIT ihre praxisorientierte Forschung.

02.03.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Wissenschaftler aus NRW stellen auf der Messe, die vom 9. bis 15. März in Hannover stattfindet, 15 Projekte aus der Informations- und Kommunikationstechnologie vor. Anwendungsorientierte Entwicklungen wie ein Frühwarnsystem für Internet-Angriffe oder Ideen für das Fitness-Studio der Zukunft zeigen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen im "future parc", dem Forschungsbereich der CeBIT, am Stand "Innovationsland NRW" in Halle 9, Stand C 16. Das Land NRW ist außerdem mit dem Gemeinschaftsstand des Wirtschaftsministeriums in Halle 3, Stand C 03, und mit dem Gemeinschaftsstand der NRW-Landesverwaltung in Halle 9, Stand D 25, vertreten.

Innovationsminister Professor Andreas Pinkwart besucht bei einem Rundgang am Freitag, 10. März, ab 15 Uhr ausgewählte Stände auf der CeBIT. Treffpunkt ist die Infotheke am Stand "Innovationsland NRW" (Halle 9, Stand C 16). Nach dem Rundgang spricht Minister Pinkwart ein Grußwort beim NRW-Abend CeBIT 2006 (Innovation Center Government, Public Sector Parc, Halle 9, Stand B 76), der um 18.15 Uhr beginnt. Folgende Projekte der Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden am NRW-Stand "Innovationsland NRW" (Halle 9, Stand C16) präsentiert: Fachhochschule Gelsenkirchen:

Die Informatiker der Fachhochschule Gelsenkirchen machen auf der CeBIT auf Sicherheitslücken es bei der Handy- und Computernutzung aufmerksam. Dafür zeigen sie mehrmals täglich ein Rollenspiel: Bei "Live Hackings" demonstrieren zwei Mitarbeiter des Instituts für Internet-Sicherheit als "Hacker" und als "Nutzer", wie leicht Passwörter geknackt werden, in Computer eingebrochen oder ein Bluetooth-Headset als Wanze umfunktioniert werden kann. Hacker können so zum Beispiel interne Besprechungen mithören. Die Gelsenkirchener Informatiker stellen am NRW-Stand zwei ihrer Projekte für mehr IT-Sicherheit vor, die EMSCB Sicherheitsplattform, den "Airbag fürs Betriebssystem", sowie ein Frühwarnsystem für Internet-Angriffe. Frühwarnsysteme beobachten den Datenverkehr eines Netzwerkes, um bei ungewöhnlichen Datenflüssen Alarm schlagen und Angriffe durch Hacker abwehren zu können. Das Gelsenkirchener System ist datenschutzrechtlich unbedenklich - im Gegensatz zu bestehenden Verfahren. Universität Siegen

Die Wirtschaftsinformatiker der Universität Siegen stellen auf der CeBIT Ideen für das Fitness-Studio der Zukunft vor. Sie haben eine Anwendung konzipiert, die mit Hilfe von Sensoren in der Kleidung die Streckung der Muskeln misst und die Daten auf PDA oder Handy überträgt. Der Messebesucher kann bei Hantelübungen am Stand ausprobieren, wie sich so das Überstrecken des Bizepses verhindern lässt. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik in Sankt Augustin haben die Siegener Wissenschaftler außerdem den BSCWeasel entwickelt, der die Nutzung der weltweit meistgenutzten Kooperationsplattform BSCW vereinfacht. Die Open-Source-Plattform BSCW brauchen beispielsweise Unternehmen dazu, aus verschiedenen Niederlassungen gemeinsam in einem virtuellen Raum im Internet an der Entwicklung eines Produkts zu arbeiten.

Fachhochschule Münster:

Die Fachhochschule Münster zeigt am Gemeinschaftsstand "moFahr", eine neuartige mobile Fahrplanauskunft auf dem Handy. Der Fahrgast des Nahverkehrs kann mit "moFahr" jederzeit auf seinem Handy Fahrplaninformationen abrufen, und zwar offline, ohne dass Kosten entstehen. Wenn die Software einmal per Download installiert ist, sind die Daten ein Jahr lang bis zum nächsten Fahrplanwechsel nutzbar. Die Entwicklung von "moFahr" war ein Kooperationsprojekt der kommunalen Verkehrsunternehmen der Verkehrsgemeinschaften Münsterland (VGM) und Ruhr Lippe (VRL) mit dem Labor für Software Engineering der FH Münster und fand größtenteils im Rahmen einer zweisemestrigen Lehrveranstaltung statt.

RWTH Aachen:

  • Die Wissenschaftler des Helmholtz-Instituts für Biomedizinische Technik an der RWTH Aachen präsentieren auf der CeBIT das elektronische Prüfungssystem OPS. Mit Hilfe des Systems können Dozenten internetbasierte Klausuren und Prüfungen entwickeln, durchführen und auswerten sowie Lernende ihre eigenen Fähigkeiten überprüfen. OPS erlaubt die Integration von Video- und Audiodateien, so dass in Tests für Medizinstudenten beispielsweise Aufnahmen von Herztönen abgespielt werden können. Zusammen mit der inside Gesellschaft für Lern- und Informationssysteme in Aachen haben die Wissenschaftler das Prüfungssystem bis zur Marktreife gebracht und bieten es mit Erfolg der Wirtschaft an. Unternehmen verwenden es dazu, den Wissensstand der Mitarbeiter zu überprüfen oder den Erfolg von Fortbildungen festzustellen. Am Stand auf der CeBIT kann der Besucher in einer Testversion von OPS Fragen generieren, eine Klausur zusammenstellen und auswerten.

 

  • Im Lehr- und Forschungsgebiet "Computational Materials Engineering" der RWTH Aachen haben die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der Interturbine Logistik GmbH und der Cargosoft GmbH ein Supply-Chain-Event-Management-System entwickelt, das den Warenfluss in Unternehmen nicht nur abbildet, sondern überwacht und steuert. So wird eine Optimierung der Abläufe möglich. Dieses System wird derzeit bei dem Luftfahrtunternehmen Interturbine eingeführt, um die Lieferung von Ersatzteilen zum Beispiel für Flugzeuge rund um die Welt zu beschleunigen. Als zweites Projekt stellen die Aachener Wissenschaftler ein Modellverfahren für die Herstellung von Materialien vor. Die in Aachen entwickelte Simulation kombiniert erstmals Informationen über physikalische Eigenschaften mit denen über die Mikro- und Nanostruktur von Werkstoffen und überträgt so Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung. Durch das Modellverfahren soll das computergestützte Design von Materialien mit besonderen Eigenschaften möglich werden, so dass weniger der teuren Versuchsreihen im Labor nötig sind.

Universität Duisburg-Essen und Universität Paderborn:

  • Im Rahmen des DFG-Projekts "mistel" haben Wirtschaftsinformatiker und Bibliothekare der Universität Duisburg-Essen zusammen mit Informatikern der Universität Paderborn drei Systeme zur Unterstützung wissenschaftlicher Arbeits- und Lernprozesse miteinander vernetzt. Mit dem Planungs- und Autorensystem ELM werden Vorlesungen und Lerneinheiten zusammengestellt. Zu diesen Lehrveranstaltungen stehen in "open-sTeam" virtuelle Arbeits- und Seminarräume bereit, in denen sich Lernende über das Internet treffen und gemeinsam Lernmaterialien bearbeiten können. Die erarbeiteten Ergebnisse können in digitalen Archiven der Universitätsbibliothek gespeichert werden. Im Vergleich zu anderen Lernmanagement-Systemen erlaubt die Lösung aus Duisburg und Paderborn den Lernenden, aktiv die Lerninhalte neu zu strukturieren und zu ergänzen.

Universität Duisburg-Essen:

  • Durch die Umstellung vieler Studiengänge auf das Bachelor- und Mastersystem nimmt der Prüfungsaufwand an Universitäten zu, weil am Ende fast jeder besuchten Veranstaltung eine Leistungsüberprüfung steht. Deswegen hat eine europäische Entwicklergemeinschaft, die vom Institut für Berufs- und Weiterbildung an der Universität Duisburg-Essen koordiniert wurde, die Online Klausursoftware "eduplone eXam" entwickelt, mit der Dozenten - ohne Programmierkenntnisse - Klausuren am Computer zusammenstellen und in vielen Fällen hinterher auch automatisch korrigieren lassen können. Die Open-Source-Software steht ohne Lizenzkosten allen Schulen und Hochschulen zur Verfügung.

 

  • Die "success2business Essen GmbH", eine Ausgründung der Universität Duisburg-Essen, stellt auf der CeBIT das Online-Befragungs-Tool "Ask IT" vor. Ohne Programmierkenntnisse können Anwender übers Internet ihren Fragebogen erstellen, die Befragten eingeben, eine Einladungs-Email verfassen oder eine Befragung auf der eigenen Webseite installieren. Für größere Unternehmen ist "Ask IT" beispielsweise deswegen interessant, weil die in der Personalentwicklung üblichen internen Befragungen (360-Grad-Feedback), bei denen Kollegen, Vorgesetzte, Mitarbeiter und Kunden über einen Manager befragt werden, parallel in verschiedenen Sprachen durchgeführt werden können.

FernUniversität in Hagen:

  • Die Landesinitiative CampusSource an der FernUniversität in Hagen bündelt die Entwicklung von Open-Source-Software für das computer- und netzbasierte Lehren und Lernen. Auf der CeBit stellt CampusSource unter anderem die Software FuXML vor. FuXML ermöglicht die Ausgabe von Lehrmaterialien in verschiedenen Formaten vom Print übers Web bis hin zu mobilen Endgeräten. Im Vergleich zu anderen Lösungen bietet die Software ein hohes Maß an Interoperabilität und Flexibilität sowie eine hohe Ausgabequalität auch für Ausdrucke.

 

  • Das Mobile Education Center of Excellence an der FernUniversität in Hagen präsentiert auf der CeBIT ein neues Autorenwerkzeug für Mobile Learning. Mit dieser Software kann jedermann in nur ein paar Minuten und ohne jegliche Programmierkenntnisse seine eigenen Lernangebote für mobile Endgeräte wie Handy, Smartphones oder Personal Digital Assistants (PDAs) kreieren. Die Bandbreite an vorstellbaren Anwendungsfeldern reicht von einem Erdkunde-Quiz für die Schule über Tests für die Prüfungsvorbereitung an Hochschulen bis hin Aufgaben im Rahmen der Erwachsenenweiterbildung. Auf der CeBIT können die Besucher selbst mobile Lernangebote erstellen und ihr Wissen über das Land Nordrhein Westfalen im Rahmen eines Handy-Gewinnspiels unter Beweis stellen.

Universität Münster:

Das European Research Center for Information Systems (ERCIS) der Universität Münster präsentiert auf der CeBIT eine Software-Lösung (H2-Toolset), die die Analyse und Konzeption von Management-Informationssystemen ermöglicht. Solche Informationssysteme stellen Entscheidungsträgern in Unternehmen diejenigen Informationen zur Verfügung, die sie benötigen, um im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Der Einsatz des H2-Toolsets bei der Analyse und Konzeption führt zu konsistenteren Management-Informationssystemen. Dies ist notwendig, da die vorhandenen Systeme sehr häufig zu viele bzw. uneinheitliche Informationen bereitstellen.

Fachhochschule Dortmund:

Das Institut für Kommunikationstechnik der Fachhochschule Dortmund zeigt auf der CeBIT das Kommunikationsportal ComOffice, das Telefon, E-Mail und Fax über eine Web-Portal-Lösung so kombiniert, dass der Nutzer jederzeit über Telefon oder Internet informiert ist oder Sprachinformationen für Kunden und Geschäftspartner hinterlassen kann. Ist der Nutzer zum Beispiel unterwegs, bekommt er Nachrichten, die auf dem ComOffice Server im Büro eingehen, als E-Mail auf seinen Laptop. Eine solche E-Mail enthält die Aufzeichnung der Nachricht und die Rufnummer des Anrufers, der Nutzer kann sie abspielen oder lesen und zurückrufen, wann er möchte. Die Software-Lösung macht das Anruf-Management komfortabler und ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen, Praxen und Freiberufler interessant, weil sie mit begrenztem finanziellem Aufwand in die IT-Infrastruktur eines Betriebs integriert werden kann. Die Mitarbeiter können dann mit ComOffice ohne besondere Software mit Hilfe ihres Internet-Browsers ein professionelles Anrufmanagement "rund um die Uhr" organisieren.

Landesinitiative "secure-it.nrw"

Die Landesinitiative "secure-it.nrw" schreibt den IT-Sicherheitspreis NRW aus. Sie sucht mittelständische Unternehmen, die innovative, praxistaugliche IT-Sicherheitslösungen für den Mittelstand anbieten sowie Firmen, die vorbildlich für die Sicherheit ihrer eigenen Informationstechnologie sorgen. Außerdem vergibt die Initiative einen Preis an Schulen für kreative Projekte zu IT-Sicherheit und Datenschutz. Bewerben können sich Unternehmen aus ganz Deutschland und Schulen aus NRW.

Universität Wuppertal

Das "Visionlab" im Fachbereich Industrial Design an der Wuppertaler Universität widmet sich der Frage, wie Produkte in der Industrie in den nächsten fünf bis zehn Jahren aussehen könnten. Auf der CeBIT zeigt das "Visionlab" Industrie-PDAs, in die die Technologie möglichst formschön und benutzerfreundlich integriert ist. Als Beispiele werden ein in Wuppertal gestaltet und entworfener spezieller PDA für Baumfäller gezeigt, mit dem Menge und Güte des Holzes elektronisch erfasst wird, sowie ein Handgerät der Zugbegleiter der Deutschen Bahn.

Fachhochschule Südwestfalen

Spam-Mails behindern die Arbeit von E-Mail-Nutzern, weil sie die Postfächer massenhaft verstopfen. Forscher der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn haben einen wirkungsvollen Spam-Filter entwickelt, den sie auf der CeBIT vorstellen. Er kombiniert auf Basis von Methoden der Computational Intelligence verschiedene Filtermethoden und lernt durch Rückmeldung der Benutzer im laufenden Betrieb weiter dazu. Bei einem IT-Unternehmen konnte der neue Spam-Filter den Spam-Anteil in den Mailboxen der Mitarbeiter im Vergleich zu den vorher genutzten Filtern um 90 Prozent reduzieren.


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