Warnung vor den Folgen eines rigiden Sparkurses an ostdeutschen Hochschulen
Angesichts sinkender finanzieller Handlungsspielräume drohen die ostdeutschen Landesregierungen ihren Hochschulen mit Kürzungen. Dabei können diese bei der Gewinnung westdeutscher Studierender Erfolge aufweisen, bilanziert Professor Peer Pasternack, Direktor des Instituts für Hochschulforschung Wittenberg, in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre".
28.06.2013 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Von 2005 bis 2011 haben die ostdeutschen Hochschulen die Zahl ihrer Studierenden aus den alten Bundesländern um 62 Prozent erhöht. Bei den Studienanfängern konnte sogar mehr als eine Verdreifachung erreicht werden. In der Lehre, so Pasternack weiter, erhielten die ostdeutschen Länder bei Leistungsvergleichen mehrheitlich gute Noten, in der Forschung gelänge die Bescheinigung der Exzellenz gegenwärtig immerhin im Einzelfall (TU Dresden). Nach wie vor sei trotz knapper Kassen das zahlenmäßige Verhältnis von Studierenden pro Professor in der Regel besser als in westdeutschen Flächenländern.
Vor diesem Hintergrund warnt der Ökonom Professor Horst Gischer von der Universität Magdeburg in einem weiteren Beitrag davor, durch rigide Einschnitte die ökonomische und gesellschaftliche Zukunft in Ostdeutschland zu gefährden. "Es geht nicht um Einzelne, es geht um alles", so Gischer. Nur über konkurrenzfähige Bildungsangebote könnten junge Menschen in den ostdeutschen Bundesländern gehalten und die Folgewirkungen einer alternden Gesellschaft aufgefangen werden.
Da die ostdeutschen Hochschulen aus eigener Kraft das Leistungsniveau ihrer eigenen Hochschulen nicht halten können, fordert der ehemalige sächsische Wissenschaftsminister Professor Hans Joachim Meyer schließlich, das Zusammenspiel des Bundes und der Länder in der Wissenschaft neu zu justieren.
Thema: Wissenschaft Ost
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Eine LänderübersichtForschung & Lehre 7/2013 erscheint am 28. Juni 2013. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.
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