Wissenschaftsministerin will beruflich Qualifizierten Hochschulzugang erleichtern - BaföG über das 30. Lebensjahr hinaus zahlen
In Sachsen soll zukünftig mehr beruflich Qualifizierten der Weg in die Hochschulen erleichtert werden. "Durchlässigkeit im Bildungssystem darf nicht vor der Hörsaaltür halt machen. Gut qualifizierten und hochmotivierten Facharbeitern oder Erzieherinnen muss der berufliche Aufstieg durch ein Studium möglich sein. Wer sich nicht schon in der Schule für ein Studium entscheidet, sollte eine zweite Chance nach der Berufsausbildung bekommen. Wirtschaft und Gesellschaft benötigen mehr hochqualifizierte Fachleute", so Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Ziel müsse es sein, die Hochschulen für beruflich Qualifizierte ohne Abitur zu öffnen und deren Anteil – der derzeit bei unter einem Prozent liegt - in den kommenden Jahren zu verdreifachen.
03.09.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusWichtig sei es dabei, den Übergang zur Hochschule deutlich zu vereinfachen. Dazu müssten ein bundesweit einheitlicher Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte und neue finanzielle Anreize geschaffen werden. Sachsens Hochschulgesetzentwurf sehe bereits einen Hochschulzugang für Meister und einen erleichterten Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte vor. Mit Blick auf die sächsische Hochschulentwicklungsplanung forderte die Ministerin die Hochschulen auf, zukünftig mehr Studiengänge, die ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium ermöglichten anzubieten. "Hier gibt es noch viel Potenzial, gerade wenn es darum geht, Jugendlichen und beruflich Erfahrenen bessere Aufstiegschancen zu ermöglichen und bereits erworbene berufliche Qualifikationen auf das Studium anzurechnen."
Ministerin Dr. Stange kündigte in diesem Zusammenhang an, bei ihren Länderkollegen dafür zu werben, das Ausbildungsförderungsgesetz zu ändern. BaföG müsse künftig über das 30. Lebensjahr hinaus gezahlt werden können, damit ein Studium auch zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden kann. "Gerade bei dieser Zielgruppe gibt es eine Hemmschwelle auf dem Weg zum Studium, weil dabei auf Einkommen verzichtet werden muss, vor allem wenn zu diesem Zeitpunkt schon Familie da ist."
Keine Kommentare vorhanden