Forderung

Demokratie und Vielfalt in der Bildung

Jürgen Böhm fordert die Stärkung der demokratischen Werte an den Schulen und differenzierte gleichberechtigte Bildungswege in Deutschland: "Die Herausforderungen, die es in der Europäischen Union und im gesamten Europa zu bewältigen gilt, können nur durch Aufklärung, Bildung und demokratische Erziehung gemeistert werden."

16.01.2020 Bundesweit Pressemeldung Verband Deutscher Realschullehrer
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"Dafür müssen an den Schulen in Deutschland entsprechende materielle, inhaltliche und personelle Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es muss Schluss sein mit ständigen ideologie­belasteten oder vom Sparzwang getriebenen Schulstrukturreformen und Verein­heit­lichungs­­tendenzen, die letztlich der Bildung und unserem demokratischen Gemeinwesen schaden“, betont Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) am Rande des Präsidentschaftswechsels in der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin.

Dr. Stefanie Hubig, Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, macht für das kommende Jahr in der KMK das Thema ‚Europa – (er)leben und gestalten‘ zum Motto und stellt es in der feierlichen Amtsübergabe im Bundesrat in den Mittelpunkt. „Mit diesem Leitsatz macht die Präsidentin den besonderen Stellenwert der Europäischen Union und seiner Werte deutlich“, begrüßt Böhm das formulierte Ziel. Hubig möchte mit einer Stärkung der Europabildung vor allem bei den jungen Leuten ein deutliches Signal gegen Extremismus, Populismus und Nationalismus setzen.

Böhm hob hervor, dass den Schulen und Bildungseinrichtungen zu Beginn des neuen Jahrzehnts besonders gefordert seien, die Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, sich für gemeinsame Werte und Belange einzusetzen. Sie müssten dazu erkennen, dass es nicht selbstverständlich sei, in einer freien Gesellschaft zu leben und seine Persönlichkeit frei entfalten zu können. Europa erlebe aktuell einen Wandel in seiner Struktur, der Brexit werde nun wohl endgültig durchgeführt und extremistische Kräfte zögen die jungen Menschen populistisch auf ihre Seite. Man könne diesen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen und müsse sich gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern und der gesamten Gesellschaft dagegenstellen. Dazu gehöre auch, dass die Lehrkräfte von ihrem jeweiligen Dienstherrn ganz klar und vehement vor Übergriffen geschützt werden und entsprechende Instrumente an die Hand bekommen, um die Demokratie und die demokratischen Werte an den Schulen umsetzen zu können.

„Wir als Lehrkräfte dürfen vor den Feinden der Demokratie, der Freiheit und unserer europäischen Werte nicht zurückweichen“, so Böhm.

„Im 30. Jahr der deutschen Wiedervereinigung ist es wichtiger denn je, sich für mehr Qualität in der Bildung, für qualifizierte Lehrkräfte, und einen klaren Bezug zur gesellschaftlichen Realität einzusetzen“, stellt der Bundesvorsitzende heraus. „Das neue Jahrzehnt muss ein Jahrzehnt der Aufklärung, der Demokratie und der Bildung werden! Aufklärung und Demokratie erfordern Vielfalt auch in der Bildung. Jedes Kind muss seinen Bildungsweg gehen können. Dabei gibt es keine Königswege und neben der akademischen Bildung muss gleichberechtigt die vielfältige berufliche Bildung stehen“, fordert Böhm abschließend.


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