Ahnen: Mehr individuelle Förderung durch neue Stundentafeln für weiterführende Schulen

Mehr Unterricht sowie eine bessere Förderung aller Schülerinnen und Schüler in weiterführenden Schulen und dabei insbesondere eine Stärkung der Bildung in den naturwissenschaftlichen Fächern – das bringen die neuen Stundentafeln für die Klassenstufen 5 bis 10, die ab 1. August 2008 landesweit gelten sollen. "Mit den neuen Stundentafeln, die jetzt in die förmliche Anhörung gehen, wird zum einen das Versprechen von Ministerpräsident Kurt Beck in seiner Regierungserklärung vom 30. Mai 2006 umgesetzt, dass das Unterrichtsangebot in der Orientierungsstufe von 28 auf 30 Wochenstunden ausgeweitet wird. Mit der Stärkung der Naturwissenschaften und Erweiterungen des Gesamtangebots im sprachlichen Bereich sowie im Bereich der Wahlpflichtfächer wird zudem das schulische Bildungsangebot insgesamt zukunftsweisend weiterentwickelt", unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen.

16.05.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Diese Weiterentwicklung werde insbesondere im naturwissenschaftlichen Unterricht deutlich, sagte Doris Ahnen. In den Klassenstufen 5 bis 9 beziehungsweise 10 aller weiterführenden Schulen seien künftig für den naturwissenschaftlichen Unterricht bis zu 4 Wochenstunden mehr als bisher vorgesehen, eine weitere Stärkung der naturwissenschaftlichen Bildung ermögliche der Wahlpflichtbereich. In den Klassenstufen 5 und 6 würden Themen aus den Fächern Biologie, Physik und Chemie integriert im Fach "Naturwissenschaften" vermittelt. In den Klassenstufen 7 bis 10 erhielten die Einzelfächer Biologie, Chemie und Physik ebenfalls zunehmend mehr Gewicht – je nach Schulart und nach Entscheidung der einzelnen Schule in unterschiedlichem Umfang. Parallel zu der Ausweitung der Stundenzahl werde auch eine neue inhaltliche Konzeption für den naturwissenschaftlichen Unterricht erarbeitet, die sich an den Anforderungen der bundesweiten Bildungsstandards orientiere und sich in neuen fachbezogenen Lehrplänen niederschlagen werde.

Zugleich werde der Unterricht in den Fremdsprachen so gestaltet, dass er stärker auf der integrierten Fremdsprachenarbeit aufbaue, die seit dem Schuljahr 2005/2006 in allen Grundschulen landesweit ab der ersten Klasse erfolge. In den meisten Fällen könnten die dort erworbenen Kenntnisse im Fremdsprachenunterricht in der fünften Klasse direkt weiter vertieft werden. In den Gymnasien werde zudem der Beginn der zweiten Pflichtfremdsprache von der Klassenstufe 7 auf die Klassenstufe 6 vorgezogen. Ebenfalls ab Klassenstufe 6 setzten parallel dazu in den anderen Schularten die Wahlpflichtfächer ein. In diesen Wahlpflichtbereich sei auch die zweite Fremdsprache eingebunden. "Wichtig ist uns bei der Neugestaltung, dass die Durchlässigkeit zwischen den Schularten am Ende der Orientierungsstufe gesichert wird", betonte die Bildungsministerin.

Mehr individuelle Förderung und möglichst hohe Durchlässigkeit seien auch die Ziele bei der Neuordnung des Wahlpflichtbereichs insgesamt, dessen Umfang einheitlich auf 18 Wochenstunden erhöht werde. In Realschulen, Regionalen Schulen und Integrierten Gesamtschulen hätten die Wahlpflichtfächer traditionell ihren Platz im Fächerkanon und ermöglichten Schülerinnen und Schülern eine fachliche Schwerpunktsetzung entsprechend ihren Begabungen, Interessen und Neigungen. Mit den neuen Stundentafeln werde nun auch für die Hauptschulen ein solcher Wahlpflichtbereich eingeführt. Im Mittelpunkt stehe die Arbeitslehre im Sinne einer Vorbereitung auf Berufs- und Arbeitswelt. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Sprachförderung, die fremdsprachlichen Unterricht ebenso umfasst wie Deutsch als Zweitsprache und muttersprachlichen Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Für alle Schülerinnen und Schüler in Hauptschulen werde zudem die Stundenzahl im Fach Englisch um zwei Wochenstunden erhöht. Das in den Dualen Oberschulen mit Erfolg erprobte Wahlpflichtfach "Praxis in der Schule" könne künftig auch in anderen Schularten im Wahlpflichtbereich angeboten werden.


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