Ahnen: VERA macht Schule – Bundesweite Vergleichsarbeiten ab 2008

Die in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Universität Koblenz-Landau entwickelten und 2003 landesweit gestarteten Vergleichsarbeiten (VERA) werden zum Vorbild bundesweiter "Lernstandserhebungen in der Grundschule". Bildungsministerin Doris Ahnen begrüßte die heutige Ankündigung der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Ute Erdsiek-Rave, dass ab Sommer 2008 in allen Bundesländern für Schülerinnen und Schüler der dritten Klassenstufe dieses Projekt umgesetzt werde.

18.09.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Doris Ahnen unterstrich: "Mit der Festlegung auf jährliche, bundesweite Lernstandserhebungen in den Fächern Deutsch und Mathematik machen die Länder einen weiteren Schritt zur Umsetzung des international bewährten Dreiklangs ,Mehr Selbstständigkeit für die einzelne Schule bei gleichzeitig bundesweit verbindlichen Standards und regelmäßiger Evaluation´ im deutschen Schulsystem. Nach den Erfahrungen, die wir in Rheinland-Pfalz bereits gesammelt haben, bin ich sicher, dass damit die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern und die Unterrichtsentwicklung in den Grundschulen bundesweit zusätzlichen Schub erhalten." Die Federführung bei dem neuen Projekt haben Rheinland-Pfalz und Bayern gemeinsam.

Wie schon bislang in Rheinland-Pfalz und einer Reihe anderer Länder könnten künftig alle Grundschulen bundesweit über die Auswertung von Vergleichsarbeiten differenzierte Rückmeldungen bekommen, wie durch eine Weiterentwicklung des Unterrichts die individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler mit Blick auf die bundesweit gültigen Bildungsstandards für die Grundschule vorangetrieben werden könne, hielt Doris Ahnen fest. Seit 2004 beteiligten sich an dem Projekt VERA auch die Länder Berlin, Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, in Bayern gab es bislang mit den so genannten Orientierungsarbeiten ein ähnliches Projekt.

"Die Vergleichsarbeiten verfolgen bekanntlich mehrere Ziele", sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und ergänzte: "Sie geben vor allem Hinweise für die weitere individuelle Förderung der Kinder, regen aber auch die Reflexion der Lehrkräfte über ihre eigene Diagnosefähigkeit an. Sie sollen dazu beitragen, die Leistungsergebnisse von Schülerinnen und Schülern innerhalb einer Schule, aber auch zwischen verschiedenen Schulen mit ähnlichen sozialen Rahmenbedingungen vergleichen zu können. Die Vergleichsarbeiten sollen insbesondere pädagogische und fachdidaktische Diskussionen in den Schulen anstoßen und intensivieren und so einen wichtigen Beitrag zur Unterrichtsentwicklung leisten." Zugleich erhielten Eltern zusätzliche Informationen über den Leistungsstand ihrer Kinder.

In Rheinland-Pfalz werden rund 43.000 Viertklässlerinnen und Viertklässler am morgigen Dienstag im Fach Mathematik und am Donnerstag im Fach Deutsch VERA-Aufgaben lösen. Im aktuellen Durchgang wird in Deutsch der Leistungsstand in den Bereichen "Leseverständnis" und "Sprache und Sprachgebrauch" untersucht, im Mittelpunkt der VERA-Aufgaben in Mathematik stehen die Bereiche "Zahlen und Operationen" sowie "Größen und Messen". Die Aufgaben richten sich damit ganz dezidiert nach den Bereichen, die in den KMK-Bildungsstandards beschrieben werden, und leisten somit auch einen entscheidenden Beitrag zur weitergehenden Implementierung der Standards im Unterricht der Grundschulen. Wie schon seit längerem geplant und im Vorgriff auf die 2008 anstehenden bundesweiten Lernstandserhebungen zum Ende der dritten Klassenstufe werden dann im Mai 2007 mehr als 42.000 Grundschülerinnen und Grundschüler im Land, die in diesem Schuljahr die dritte Klasse besuchen, neu entwickelte VERA-Aufgaben bearbeiten. Dieser Aufgabenpool ist dann auch ein wichtiger Baustein für die Erstellung der Aufgabensammlung durch die Länder unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Koblenz-Landau und der Ludwig-Maximilian-Universität München, die ab 2008 in allen Bundesländern zum Einsatz kommen soll.


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