Ausschreitungen zum Schulabschluss in der Karl-Marx-Sekundarschule Gardelegen: Ursachen endlich genauer auf den Grund gehen
Die neuerlichen Ausschreitungen von Schülern der Karl-Marx-Sekundarschule in Gardelegen sollten endlich zum Anlass genommen werden, die zunehmende Entwicklung von Schulfrust, Schulverweigerung und Aggressionen an den Sekundarschulen des Landes gründlich zu untersuchen und nach deren Ursachen zu forschen. Dies muss aufgeklärt und nachhaltig verändert werden, bevor "das Kind ganz in den Brunnen gefallen ist."
17.06.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt"Wir können nicht mehr warten, bis uns weitere Vorfälle zum Handeln zwingen. Wenn von Schulen derartige Symptome ausgesandt werden, ist etwas faul im Bildungssystem", zieht der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Thomas Lippmann, die Konsequenzen aus den Vorfällen. Es sei in der GEW bekannt, dass schon seit längerer Zeit die Angst in den Sekundarschulkollegien vor den Auswirkungen des letzten Schultages ihrer Schulabgänger zunehme. Ganztägig massive Störungen des Unterrichts der anderen Schüler, die Sorge um mögliche Sachbeschädigungen am Schulgebäude aber auch an den PKW und Privatsachen der Lehrkräfte und Befürchtungen vor derben Pöbeleien, die oft unter erheblichem Alkoholeinfluss zustande kommen können, prägen immer stärker die Erwartungen der Schulen an diesem unvermeidlichen Tag.
Die GEW erwartet, dass angesichts der ernsthaften Probleme keine neuerliche Diskussion darüber geführt wird, ob es sich bei den Vorfällen in Gardelegen wieder nur um einen bedauerlichen Einzelfall oder um die berühmte "Spitze des Eisberges" handelt. Vielmehr sollte das Referat "Evaluation und Schulinspektion" im Landesverwaltungsamt unverzüglich beauftragt werden, mit Unterstützung entsprechender Forschungseinrichtungen des Landes die Situation der Jugendlichen in den Sekundarschulen flächendeckend und nach wissenschaftlichen Kriterien zu untersuchen und Vorschläge für notwendige Veränderrungen zu unterbreiten.
Kurzfristig fordert die GEW, die Untersuchung der konkreten Vorfälle in Gardelegen durch die Staatsanwaltschaft zu nutzen, um mit Unterstützung der Schulpsychologen des Landesverwaltungsamtes den Ursachen für das massive Verhalten dieser Schülerinnen und Schüler, das offensichtlich von einer erheblichen Abwehrhaltung gegen die Institution Schule geprägt ist, genauer auf den Grund zu gehen und die Öffentlichkeit über diese Ergebnisse zu informieren.
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