Beim achtjährigen Gymnasium im Saarland näher hinsehen - Schule am Nachmittag nicht ablehnen, Frau Ministerin!
Ein Notenvergleich allein reicht nach Auffassung der Landeselterninitiative für Bildung nicht aus, um die Situation der Schüler im achtjährigen Gymnasium zu bewerten und daraus Schlüsse zu ziehen. Die Eltern fordern aktuell gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Gesamtlandesschülervertretung eine wissenschaftliche Analyse der Wirkung des achtjährigen Gymnasiums auf Schüler und Lehrer sowie für den Bildungserfolg und die Organisation des Schulsystems. Denn die Verkürzung der Schulzeit habe unbestreitbar die Atmosphäre des Bewährungsdrucks an Schulen hochgeschraubt und zu hoher Arbeitsbelastung sowie enormen Leistungsanforderungen geführt, in vielen Fällen verbunden mit gesundheitlichen Problemen bei Kindern. Viele Kinder könnten das Gymnasium ohne Hilfe der Eltern oder von Instituten tatsächlich nicht mehr bewältigen.
27.02.2008 Saarland Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.Der Sprecher der Initiative, Bernhard Strube, verweist darauf, dass die Eltern im Saarland keine einzige Möglichkeit hätten, ein echtes Ganztagsgymnasium zu wählen, an dem der Unterrricht besser rhythmisiert ist und mehr Zeit für die Förderung der Schüler besteht. Noch in diesem Monat habe Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer der Landeselterninitiative auf ihre Forderung, statt Betreuung und Versorgung nachmittags an verteilten Standorten ein gutes pädagogisches Schulkonzept im gebundenen oder teilgebundenen Ganztagsbetrieb, nämlich "echte Ganztagsschulen" anzubieten, eine definitive Ablehnung mitteilen lassen.
Den Kindern im achtjährigen Gymnasium helfe auch, so die Eltern, die sog. Kleinere-Klassen-Garantie des Ministerpräsidenten, ab dem nächsten Schuljahr seien die 5er Klassen der weiterführenden Schulen und dann aufsteigend nicht größer als an den Grundschulen, nicht weiter. Denn nach Berechnungen mit der Datenbasis des Statistischen Landesamtes seien an den Gymnasien heute schon in 62,5 % der Klassen der Stufe 5 dreißig Kinder und mehr, in der Klassenstufe 6 in rund 43 %, in der Klassenstufe 7 rund 47 % der Klassen (die Übersicht dazu ist im Anhang beigefügt). Die Eltern fordern Lösungen für die heutigen zu großen Klassen an den weiterführenden Schulen, nicht erst für die Kinder, die neu hinzukommen. Lösungen, die mit den Schulgemeinschaften vor Ort entwickelt werden sollen.
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