Bildung holt auf

Für Bundesbildungsministerin Annette Schavan sind die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie ermutigend: Die ersten Bundesländer hätten bei den Schülerleistungen an internationales Spitzenniveau aufschließen können – und das sei "hoch erfreulich".

18.11.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Dennoch stehe das deutsche Bildungssystem weiter vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. So gelte es, die Leistungsunterschiede zwischen den Bundesländern anzugleichen. Hier könnten die übrigen von den Spitzenländern lernen, vor allem was den naturwissenschaftlichen Unterricht anbelange.

Schwächere Schüler müssten die Schulen besser fördern, sagte Schavan. Wirksame Förderung setze am besten bei der frühkindlichen Bildung ein. Die Vereinbarungen des Bildungsgipfels am 22. Oktober müssten jetzt konsequent umgesetzt werden – insbesondere mit Blick auf die schwächeren Schüler.

Beim Bildungsgipfel haben Bund und Länder konkrete Maßnahmen vereinbart, um das Bildungssystem zu verbessern: von der frühkindlichen Bildung über die berufliche Bildung bis zur Weiterbildung. Außerdem wird der Aufstieg durch Bildung bis zur Hochschule künftig leichter. Bund und Länder eingten sich darauf, die jährlichen Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung auf 10 Prozent des Bruttoinlandproduktes bis 2010 zu erhöhen. Das sind nach heutigem Stand 250 Milliarden Euro jährlich.

PISA E – Ländervergleich bestätigt positiven Trend

Die Kultusministerkonferenz stellte in Berlin die Ergebnisse des Bundesländervergleichs zur PISA-Studie 2006 vor. Dieser nationale Test ergänzt die internationale PISA-Untersuchung und vergleicht die Bildungssituation in den einzelnen Bundesländern. 40.000 Schülerinnen und Schüler an 1.509 Schulen nahmen teil.

Schwerpunkt bildeten diesmal die Naturwissenschaften. Am besten schnitt das Bundesland Sachsen ab. Aber auch Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg gehören zur internationalen Spitze. Insgesamt lagen 13 Bundesländer in den Naturwissenschaften über dem Durchschnitt der OECD-Länder (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Bei der Lesekompetenz liegt Deutschland dagegen im Mittelfeld. Hier forderte die Bundesbildungsministerin größere Anstrengungen und einen neuen systematischen Ansatz: "Wir brauchen in der Gesellschaft eine neue Lesekultur!", forderte Schavan. Während Mädchen besser lesen können, liegen Jungen in der Mathematik und den Naturwissenschaften vorn.

Soziale Herkunft entscheidend für Schulleistungen

Nach wie vor wirken sich die familiären Verhältnisse der Schülerinnen und Schüler stärker aus als in anderen OECD-Staaten. Dies zeigt sich insbesondere bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sie schneiden deutlich schlechter ab als ihre Mitschüler.

Bis 2012 haben die Länder daher zugesagt, für ausreichende Deutschkenntnisse eines jeden Kindes bei der Einschulung zu sorgen. Auch Ganztagsschulen fördern Kinder verstärkt individuell. Allein der Bund hat bis heute mehr als 7.000 Ganztagsschulangebote finanziert.

Deutschland wird Bildungsrepublik


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