Abschiebungen

Bildung braucht Sicherheit - GEW fordert Abschiebestopp

Abschiebungen von Kindern und Jugendlichen reißen Lücken in Klassengemeinschaften – ob in der Grundschule, der Sekundarstufe I oder II oder der Berufsschule. Die Bildungsgewerkschaft GEW Rheinland-Pfalz ruft zum Handeln auf.

03.07.2025 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz
  • Alt aussehende Schulbank © www.pixabay.de Immer wieder werden Kinder und Jugendliche mit ihren Familien abgeschoben.

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien wächst an vielen Schulen in Rheinland-Pfalz die Sorge: Werden nach den Ferien wirklich alle wieder im Klassenzimmer sitzen? Immer wieder werden Kinder und Jugendliche mit ihren Familien abgeschoben, auch wenn dies formal noch nicht direkt aus der Schule geschieht. Die Realität zeigt: Der Schulbesuch schützt nicht zuverlässig vor der plötzlichen Trennung von Freund:innen, Mitschüler:innen und vertrauten Bezugspersonen.

„Wir erleben, dass sowohl Kinder in der Grundschule mit ihren Familien abgeschoben werden, genauso wie auch Jugendliche, die hier ihre Zukunft planen in weiterführenden Schulen, der Oberstufe und in der Berufsausbildung“, erklärt Stefan Jakobs, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz. „Sie lernen hier, engagieren sich, machen Praktika, bereiten sich auf Abschlüsse vor – und dann verschwinden sie über Nacht. Für Lehrkräfte ist das ein schmerzhafter Einschnitt, denn sie begleiten junge Menschen oft über Jahre und verlieren sie plötzlich, ohne Abschied. Das erschüttert nicht nur die Klassengemeinschaft, sondern auch unser Vertrauen in Bildung und Integration“, so Jakobs weiter.

Auch warnt die Bildungsgewerkschaft vor den sozialen Folgen dieser Praxis. „Kinder und Jugendliche haben enge Freundschaften, sie sind Teil der Schulgemeinschaft und gestalten diese aktiv mit. Wenn sie abgeschoben werden, reißt das ein Loch in das Leben ihrer Mitschüler:innen“, so Jakobs. „Wir fordern, dass niemand, der Teil einer Schulgemeinschaft ist, in ständiger Angst vor Abschiebung leben muss.“

Die GEW stellt klar: Wer in Rheinland-Pfalz zur Schule geht, muss bleiben dürfen. Sie appelliert an die Landesregierung und die Ausländerbehörden, die Abschiebepraxis gegenüber minderjährigen Schüler:innen sowie jungen Erwachsenen in Ausbildung und ihrer Familien umgehend zu beenden.

„Nach den Ferien dürfen keine Schüler:innen fehlen, weil sie abgeschoben wurden. Wer hier lernt, soll auch hierbleiben dürfen“, so Jakobs abschließend.

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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Ein Kommentar vorhanden

  • 03.07.2025 13:58 Uhr
    Trennungen von Freunden, Klassengemeinschaften und Bezugspersonen hat schon jeder erlebt, der als Kind umziehen musste, eine Begründung für ein Bleiben abgelehnter Asylbewerber ist das nicht. Es sollen keine Schüler und Kinder abgeschoben werden, auf Abschiebungen von Kranken, Alten, Alleinerziehenden soll verzichtet werden und natürlich sollen auch die, die sich aufgrund von langen Verfahren oder Passlosigkeit integriert haben bleiben können: in anderen Worten....fast jeder soll bleiben, soll auf Staatskosten bessere Perspektiven, Ausbildung, Gesundheitsfürsorge und Unterkunft erhalten....Die Asylgesetze sollen diejenigen schützen, die in ihrem Heimatland verfolgt werden, Krieg herrscht oder Folter angedroht ist. Andere, die nach Deutschland kommen wegen der besseren Perspektiven, die Aussicht auf ein besseres Leben oder die Möglichkeit zu arbeiten ohne eine Arbeitsvisum erhalten kein Asyl und somit auch kein Bleiberecht. Da spielt es keine Rolle, ob die Kinder hier zur Schule gehen oder ob man sich eine bessere Gesundheitsversorgung wünscht, ausschlaggebend ist der Schutzbedarf. Ich kann ja verstehen, dass es Unruhe in der Klasse gibt, wenn Schüler abgeschoben wurden, insbesondere wenn noch einige andere davon betroffen sein könnten. ABER: alle Familien haben die Möglichkeit freiwillig auszureisen und ihre Kinder dementsprechend vorzubereiten, sie wollen es nur nicht und hoffen, doch noch bleiben zu können. Natürlich muss es auch Ausnahmen geben, nur...unser Staat muss die Entscheidungen des BAMF und der Gerichte durchsetzen und dazu gehören auch Abschiebungen. Ich bin sicher, dass dieser Umstand in den Schulklassen diskutiert und erläutert werden kann, denn es macht Sinn und ist notwendig. Die einseitige Sicht derer zu vertreten, die von Abschiebung betroffen sind und deren Wünsche und Träume nicht in Erfüllung gehen, ist weder hilfreich noch angebracht!
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