Bildungsbericht veröffentlicht: Zu wenig Jugendliche in Ausbildung

Der heute von KMK und BMBF veröffentlichte Bericht "Bildung in Deutschland" bestätigt: Es gibt immer noch zu viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Betroffen davon sind vor allem die Hauptschüler: Den Angaben zufolge haben auch über ein Jahr nach Abschluss der Schule viele der Abgänger noch keine Ausbildungsstelle gefunden. Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. (VDP) fordert angesichts der Ergebnisse eine verstärkte individuelle Förderung bildungsferner Jugendlicher sowie ein verbessertes Übergangssystem von der Schule in den Beruf: "Jugendliche mit geringerem Bildungsniveau oder aus bildungsferneren Schichten müssen besser und vor allem individuell gefördert werden", erklärt VDP-Bundesgeschäftsführerin Julia Schier.

12.06.2008 Pressemeldung Verband Deutscher Privatschulverbände (VDP) e.V.

Vor allem ein umfassendes Beratungsangebot gehöre auf den Stundenplan: "Die Schüler müssen über ihre Ausbildungsperspektiven aufgeklärt werden. Dabei spielt auch der Hinweis auf eine vollzeitschulische Berufsausbildung als Alternative zur klassischen Lehre in einem Betrieb eine große Rolle", so Schier. Gerade die Berufsfachschulen und Berufskollegs in freier Trägerschaft, die eine solche Ausbildung anbieten, verfügten über besonderes Innovationspotential und die Möglichkeit, schnell und flexibel mit ihrem Angebot auf die Anforderungen des Markts zu reagieren: "Hier werden die Fachkräfte von morgen ausgebildet, die der Markt so dringend braucht."

Darüber hinaus gelingt es laut Bildungsbericht Schülern aus bildungsferneren Schichten oft nicht, einen nahtlosen Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf zu bewerkstelligen. "Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf", kommentiert Schier die Ergebnisse. "Kein Abschluss darf ohne Anschlussmöglichkeiten bleiben. Die seit langem vom VDP geforderte Weiterbildungsstrategie ist wichtig, um ein durchlässigeres Bildungssystem zu gewährleisten und möglichst keinen beim Übergang von der Schule in den Beruf zu verlieren." Auch vor diesem Hintergrund begrüßt der Verband die im Januar vorgestellte Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. vertritt freie ildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen, deren rotierenden Vorsitz er bis 2009 innehat.


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