Bildungsfakten für Nordrhein-Westfalen: Ein Überblick

Im Schuljahr 2012/2013 gab es 149.500 Einschulungen, das sind 15.268 Kinder weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang der Schülerzahlen in der Grundschule von 9 Prozent. Aktuell besuchen 644.948 Kinder die Grundschulen in NRW (rund 3.200 Schulstandorte). Rund 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen die weiterführenden Schulen (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule und Sekundarschule) an rund 1.800 Standorten. Wenn der Gründungsschwung der Sekundar- und Gesamtschulen anhält – im Jahr 2013 sind 86 Schulneugründungen geplant – wird in Kürze jedes zweite Kind in NRW in der Sekundarstufe I außerhalb des Gymnasiums an einer integrativen Schulform unterrichtet.

06.02.2013 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH

Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen

1. Inklusion

Der Inklusionsplan "NRW inklusiv" liegt vor. Aktuell werden 120.000 Kinder mit Behinderung an circa 700 Förderschulen (alle Förderschwerpunkte und einschließlich der ´Schulen für Kranke´) in NRW unterrichtet. Nach Expertenmeinungen (vgl. z.B. Preuss-Lausitz/Klemm) könnten 65 Prozent bis 85 Prozent dieser Kinder in Regelschulen unterrichtet werden. Circa 20 Prozent aller Kinder mit Handicaps werden bereits in der Regelschule unterrichtet.
Für diese bildungspolitische Herausforderung suchen Lehrkräfte dringend unterstützende Materialien.

2. Sekundarschule

Seit dem Schuljahr 2012/13 gibt es in NRW für die Sekundarstufe I eine neue Schulform, die Sekundarschule. Die Sekundarschule orientiert sich am Niveau der Realschule und Gesamtschule und unterrichtet bis Klasse 7 gemeinsam. Da auch Kinder mit gymnasialem Niveau beschult werden, müssen die Lehrkräfte stark differenzieren. Hier unterstützen individuelle Förder- und Diagnosematerialien.

3. Digitale Medien an der Schule

Bezüglich digitaler Möglichkeiten ist die Schullandschaft in NRW sehr heterogen. Die Stadt Hennef hat zum Beispiel alle Schulen mit Whiteboards ausgestattet. Diese Schulen kooperieren mittels digitaler Lernplattformen und Fronter. 10 Grundschulen in Düsseldorf haben inzwischen Ipad-Klassen. Um Lehrkräfte beim digitalen Wandel zu unterstützen, entwickelt Cornelsen neue digitale Lösungen.

Lehrmittelfreiheit

In NRW gilt das "Lehrmittelfreiheitgesetz". Das heißt, Schulbücher und Lehrmittel werden ausgeliehen – Schulträger überlassen jeder Schülerin und jedem Schüler Lehrmittel zu befristetem Gebrauch. Die Ausleihdauer beträgt zwischen 3 und 10 Jahren.

Richtlinien und Lehrpläne

Besonderheiten in der Grundschule:
Das Fach Englisch wird seit dem 1. Februar 2009 ab Klasse 1 unterrichtet. Außerdem wurde eine Schuleingangsphase eingeführt, in der Kinder bis zu drei Schulbesuchsjahre verweilen können.

In den weiterführenden Schulen sind überwiegend neue Kernlehrpläne in Kraft. Die Lehrwerke aus dem Cornelsen Verlag berücksichtigen die neuen Richtlinien.

Hauptschule: Deutsch, Englisch, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften, Mathematik in 2011; Arbeitslehre, Kunst, Musik in 2013

Realschule: Biologie, Chemie, Physik, Erdkunde, Geschichte, Politik in 2011

Gesamtschule: Arbeitslehre, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften in 2011; Religion (ev. und kath.), Kunst, Musik in 2013

Gymnasium: Religion (ev. und kath.), Musik in 2011

Sekundarschule: Die Sekundarschulen sollen sich an den Kernlehrplänen der Real- und Gesamtschulen orientieren. De facto orientieren sie sich an der Gesamtschule.

Lehrerfortbildung

In neuer Struktur wurde für staatliche Lehrerfortbildung in jedem Schulamt der 53 Schulkreise ein sogenanntes Kompetenzteam gebildet. Leiter des Kompetenzteams ist in der Regel der Schulamtsleiter. Darüber hinaus gehen z.B. diese Projekte:
  1. Das Projekt PIK AS: Eine Kooperation zwischen der TU Dortmund (Prof. Dr. Christoph Selter), dem Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Ziel des Projektes ist die Unterstützung der Implementierung des neuen Lehrplans Mathematik in den Grundschulen in NRW. Bei Cornelsen ist die PIK AS Materialsammlung erschienen. Mehr unter www.pikas.tu-dortmund.de/
  2. Fortbildung von aktuell rund 300 Moderatoren für ein inklusives Schulsystem aus allen Schulformen im Rahmen einer etwa 2 Jahre dauernden Qualifizierungsmaßnahme. Die Federführung hat die Medienberatung NRW unter Prof. Dr. Thomas Hennemann, Uni Köln und Prof. Dr. Clemens Hillenbrand, Uni Oldenburg. Die Inklusionsmoderatoren sollen für die Lehrerfortbildung in den 53 Kompetenzteams in NRW abrufbar sein und zwar immer als Tandem (Lehrkraft Grundschule/Förderschul-Lehrkraft; Sekundarstufe/Förderschul-Lehrkraft).

Hinweise auf Veranstaltungen im Rahmen der didacta 2013

Schule digital: Experten-Talk
Herausforderungen des digitalen Wandels
täglich 11.00, 15.00 und 16.00 Uhr Cornelsen in Halle 9.1, D 10 –E 11
täglich 13.00 Uhr beim Bündnis für Bildung in Halle 4.2, B 038

Dienstag, 19.2.2013
Schrittfolge der Digitalisierung:
Erst Ausstattung, dann Inhalt – oder umgekehrt?
Bernd Bielmeier, Intel Deutschland und
Frank Thalhofer, Cornelsen Schulverlage

Mittwoch, 20.2.2013
Stolperfallen und Erfolgskriterien für digitalen Wandel
Birgit Giering/Lothar Palm, Medienberatung NRW

Donnerstag, 21.2.2013
Mobiles Lernen im Unterricht: Erfahrungen aus Tablet-Klassen
Andre Spang, Kaiserin Augusta Schule Köln und
Martin Rister, Realschule Babenhausen

Freitag, 22.2.2013
Inklusion und individuelle Förderung mit Hilfe von IT
Michael Weißer, Landesinstitut Hamburg und
Dr. Anja Hagen, Cornelsen Schulverlage

Ansprechpartner

Cornelsen Verlag GmbH
Nicole Weiffen
Cornelsen Verlag GmbH, Mecklenburgische Straße 53
14197 Berlin
Telefon: +49 89785-8286
E-Mail: nicole.weiffen@cornelsen.de
Web: cornelsen.de


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