Bildungskonferenz bringt keine Verständigung über einen Schulfrieden in NRW!
Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband erklärt ohne Wenn und Aber, dass eine Verständigung über den Weg und die Ziele der Schulpolitik gerade im Interesse der Schülerinnen und Schüler ausgesprochen wünschenswert ist.
23.09.2010 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Im Rahmen der Bildungskonferenz am 23.09.2010 machte der Verbandsvorsitzende deutlich, dass ein Schulfrieden die Kompromissbereitschaft aller Seiten voraussetzt. Weder ist es akzeptabel, dass langfristig "Eine Schule für alle" sämtliche anderen Schulformen ersetzt, noch ist es realistisch, angesichts der demographischen Entwicklung und der Elternwünsche keine flexible Weiterentwicklung des vielfältigen Schulwesens in Nordrhein-Westfalen zuzulassen.
"Wir sind für eine Schullandschaft, die unterschiedliche Bildungsgänge und Schulen kennt. Schulvielfalt ist für uns konstitutiv. Gleichzeitig sperren wir uns nicht, das Schulwesen den Bedingungen des Schülerrückgangs anzupassen. Eine Schulpolitik der ausufernden Schulversuche, um das Parlament zu umgehen, geht allerdings genauso wenig wie eine Bevorzugungspolitik für gewünschte Schulformen", erklärt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Man kann an der Ernsthaftigkeit eines angestrebten Schulfriedens zweifeln, wenn bereits im Juli eine sogenannte kleine Schulgesetznovelle die Rückabwicklung zahlreicher früherer Schulreformen signalisiert. Das widerspricht jeder Verlässlichkeit und Kontinuität im Schulalltag. Kontraproduktiv ist gleichermaßen, Tage vor der Bildungskonferenz mit der Bekanntgabe von Eckpunkten für Gemeinschaftsschulen wie auch für den "Schulversuch: Rückkehr zu G9" Fakten zu schaffen. "Dieses Vorgehen ist wenig vertrauensbildend und erweckt den Eindruck, dass man nicht wirklich an einer Verständigung in der Schulpolitik interessiert ist", so Peter Silbernagel.
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