Bildungsministerin Ahnen wünscht einen guten Start ins neue Schuljahr

Für rund 565.000 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz steht das letzte Ferienwochenende vor der Tür und weitere etwas mehr als 38.000 Mädchen und Jungen fiebern ihrem allerersten Schultag in der kommenden Woche entgegen. "All diesen Schülerinnen und Schülern sowie den rund 40.000 Lehrerinnen und Lehrern im Land wünsche ich einen erfolgreichen Start in das neue Schuljahr 2007/2008. Die Schulen selbst, die Schulträger aber auch Schulaufsicht und Ministerium haben sich intensiv und erfolgreich darum bemüht, dass dieser Start gut gelingen kann", sagte Bildungsministerin Doris Ahnen heute in Mainz.

16.08.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Besonders spannend dürfte der Start ins neue Schuljahr nicht nur für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der 43 neuen Ganztagsschulen in Angebotsform sein, die am kommenden Montag an den Start gehen. Auch in den 18 neuen Schwerpunktschulen, in denen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ unterrichtet werden, wird sich der Schulalltag verändern. In den jetzt 130 Schwerpunktschulen der Primarstufe und der Sekundarstufe I landesweit werden dann rund 2.100 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam mit ihren Altersgenossinnen und Altersgenossen lernen, die 403 Ganztagsschulen in Angebotsform landesweit werden mehr als 39.000 Schülerinnen und Schüler ganztägig besuchen.

Auf großes Interesse gestoßen sind aber auch die neu startenden Angebote für besonders begabte Schülerinnen und Schüler. Das gilt für die vier neuen Grundschulstandorte, an denen nach dem Vorbild des Modellprojekts "Erkennen und Fördern hochbegabter Grundschulkinder" an der Grundschule Zweibrücken-Mittelbach, künftig ebenfalls "Entdeckertage" für hochbegabte Grundschülerinnen, Grundschüler und Kindergartenkinder stattfinden. Die neuen Standorte sind: die Grundschulen in Brohl, Ellenz-Poltersdorf und Niederbrombach sowie die Dr.-Albert-Finck-Schule in Neustadt/Weinstraße. Dies gilt aber auch für die beiden neu startenden bilingualen Grundschulen (Thomas-Nast-Grundschule in Landau und Friedrich-Ebert-Grundschule in Frankenthal). In den bilingualen Klassen wird die ohnehin flächendeckend in allen Grundschulen betriebene Fremdsprachenarbeit ab der ersten Klasse noch intensiver und breiter angelegt. Während die Landauer Schule dabei den Kreis der zweisprachigen deutsch-französischen Grundschulen auf sechs erweitert, startet in Frankenthal die erste zweisprachige deutsch-englische Grundschule im Land.

Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler in den insgesamt 1.715 Schulen landesweit gehe nach den vorliegenden Prognosezahlen um rund 6.000 Kinder und Jugendliche auf voraussichtlich etwas mehr als 603.000 Schülerinnen und Schüler zurück, so die Bildungsministerin. Genaue Angaben zu den konkreten Entwicklungen insbesondere in den einzelnen Schularten ermögliche allerdings erst die amtliche Schulstatistik im Herbst. Absehbar sei bereits, dass der diesjährige Einschulungsjahrgang um rund 1.200 Kinder kleiner ausfalle als im Vorjahr. Bei den weiterführenden Schulen setze sich der Trend vergangener Jahre fort, der vor allem den gymnasialen Bildungsgängen im allgemeinbildenden und im berufsbildenden Schulsystem wachsenden Zulauf bringt. Aller Voraussicht nach gehe in den 1.611 allgemeinbildenden Schulen die Schülerzahl um rund 7.000 Schülerinnen und Schüler auf knapp 475.000 zurück, so Doris Ahnen. In den 104 Berufsbildenden Schulen, deren Schülerzahl noch bis in den Herbst von den weiteren Entwicklungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt und auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen beeinflusst werde, sei mit einer Steigerung der Schülerzahlen auf mehr als 128.000 Schülerinnen und Schüler zu rechnen.

Die Bildungsministerin unterstrich, insgesamt habe die Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zum neuen Schuljahr 650 neue Lehrkräfte eingestellt. 39 Mal kamen dabei Bewerberinnen und Bewerber über das Seiteneinsteigerprogramm zum Zuge. 143 Stellenbesetzungen seien über schulscharfe Einstellungsverfahren erfolgt, die den Schulen in ganz besonderem Maße Mitwirkungsrechte ermöglichten. Mit Blick auf die bundesweit in Teilbereichen schwierige Bewerberlage seien zudem im Vorgriff auf das Einstellungsverfahren für das bevorstehende Schuljahr bereits im Februar und Mai rund 170 Einstellungen vorgenommen worden. In den kommenden Wochen seien mehr als 40 weitere Einstellungen – insbesondere für die berufsbildenden Schulen – vorgesehen.

Wichtig für die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr sei auch die erneute Erweiterung des "Projekts Erweiterte Selbstständigkeit (PES)", in das bis zum Ende dieser Legislaturperiode alle rund 700 weiterführenden Schulen einsteigen sollen, sagte Doris Ahnen. Das Projekt, das den Schulen den Aufbau eigener Vertretungspools im Rahmen von eigenen Budgets ermöglicht und damit hilft, kurzfristigen Vertretungsbedarf zum Beispiel bei Erkrankungen von Lehrkräften zu decken, werde im neuen Schuljahr von rund 600 Schulen genutzt. Dies seien dann 100 Schulen mehr als ein Jahr zuvor. Neben etwa 500 weiterführenden Schulen seien darunter mittlerweile 100 Grundschulen, wobei seit dem vergangenen Schuljahr Ganztagsgrundschulen eigenständig Vertretungspools aufbauen könnten. Diese Möglichkeit nutzten darüber hinaus im neuen Schuljahr auch rund 20 Schwerpunkt-Grundschulen, denen die Teilnahme an PES jetzt ebenfalls grundsätzlich offenstehe. Allen Grundschulen stehe für kurzfristige Vertretungen zudem die 143-köpfige "Lehrerfeuerwehr" zur Verfügung.


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