bpv lehnt Überlegungen zu Einsparungen an den gymnasialen Stundentafeln als unpädagogisch ab

Der Bayerische Philologenverband (bpv) weist die Überlegungen einiger Kultusminister zu weiteren Einsparungen an den gymnasialen Stundentafeln als unpädagogisch zurück. "Weitere Stundenkürzungen bedeuten massive Qualitätsverluste", warnte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt. "Wer das Gegenteil behauptet, betreibt Augenwischerei".

13.08.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Schmidt wies darauf hin, dass die Einführung des G8 bereits eine massive Reduktion der bayerischen Stundentafel zur Folge gehabt habe. "Rund 60 Prozent des Stoffes des gestrichenen Schuljahres sind ersatzlos entfallen." Die bereits beschlossenen länderübergreifenden Bildungsstandards ließen daher keine weiteren Kürzungen zu: "Weniger Unterrichtsstunden haben ein noch höheres Lerntempo zur Folge", warnte der Verbandsvorsitzende. "Der eingesparte Unterricht müsste als Hausaufgabe auf die Schülerinnen und Schüler abgewälzt werden." Auch die mühsam eingeführte individuelle Förderung durch Intensivierungsstunden stünde Schmidt zufolge wahrscheinlich zur Disposition. "All das bedeutet weniger Qualität und eine Verschärfung sozialer Disparitäten, weil der Schulerfolg zunehmend von Nachhilfe und somit vom Geldbeutel der Eltern abhängig würde", gab Schmidt zu bedenken. Dies könne der bpv nur als unpädagogisch und ungerecht ablehnen.

"Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass ein verkürztes Gymnasium nicht der besseren Förderung unserer Schülerinnen und Schüler dient, sondern lediglich den Sparzielen der Finanzminister", kritisierte der Verbandsvorsitzende abschließend. "Einige Bundesländer scheinen sich immer stärker aus ihrer Verpflichtung verabschieden zu wollen, Schüler angemessen auf das Studium vorzubereiten. Wir betrachten diese Entwicklung mit Sorge."


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden