Busemann: "Schule bleibt staatlichen Zielvorgaben verpflichtet"

"Eine gute Schule zeichnet sich durch einen guten Unterricht aus. Ein guter Unterricht muss sich an übergreifenden Standards messen lassen. Die Qualitätsentwicklung unserer Schulen dient der Steigerung der Unterrichtsqualität, der Förderung der Schülerleistungen und der Verbesserung der Schulergebnisse im nationalen wie internationalen Vergleich". Darauf hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute in seiner Rede beim Philologentag 2004 in Goslar hingewiesen.

01.12.2004 Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

Es gehe nun nicht mehr so sehr um Struktur und Organisation der Schule, sondern um ihre inhaltliche Entwicklung zur Qualitätsschule. "Eigenverantwortliche Schule und Schulinspektion bedeuten nicht, dass jede Schule machen kann, was sie will. Schule ist und bleibt staatlichen Zielvorgaben verpflichtet, wie sie im Schulgesetz, den einschlägigen Verordnungen und Erlassen verankert sind. Ich bekenne mich ausdrücklich zur staatlichen Verantwortung für unser Bildungswesen, weil ich gerechte Bildungschancen für alle Kinder durchsetzen und ein mögliches Gefälle zwischen finanzstarken und finanzschwachen kommunalen Schulträgern an den Schulen unseres Landes verhindern will", bekräftigte Busemann.

Angesichts der Forderung des Philologenverbandes nach mindestens einer zusätzlichen Förderstunde pro Klasse wies Busemann darauf hin, dass dafür gut 2000 zusätzliche Lehrerstellen zu schaffen wären. "Das würde einen Mehraufwand von rund 100 Millionen Euro bedeuten und ist für das Land absolut unfinanzierbar", machte Busemann deutlich. Wer das Thema auf die Tagesordnung setze, provoziere damit eine neue Diskussion über die Lehrerarbeitszeit.

Zuvor hatte der Kultusminister die Grundzüge der geplanten Neuregelungen für die gymnasiale Oberstufe erläutert, wobei, so Busemann, " viele Anregungen und Vorschläge des Philologenverbandes aufgegriffen und eingearbeitet werden".

Busemann warnte jedoch vor Verzögerungen über den Beginn des nächsten Schuljahres hinaus: "Wer gerade in diesen PISA-Tagen ein gegliedertes Schulwesen will, der muss dessen Reformfähigkeit demonstrieren und darf nicht schulpolitisch auf die Bremse treten. Sonst spielt man den Befürwortern der Einheitsschule in die Hände."


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