"Chancengleichheit für alle"
Das Land Brandenburg stellt sich den zentralen Herausforderungen der Bildungspolitik, erklärte Bildungsminister Holger Rupprecht heute. "Zum einen gilt es - ausgehend von den PISA-Erfahrungen - Brandenburgs Schulen für die Zukunft fit zu machen und allen Schülerinnen und Schülern gleiche Chancen zu bieten; zum anderen müssen wir uns nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen stellen, wie sie sich beispielsweise durch den dramatischen Einbruch der Geburtenzahlen seit der Wende ergeben haben."
02.03.2007 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgFit für die Zukunft, so Rupprecht, bedeute:
- Kinder brauchen einen erfolgreichen Start in das Bildungsleben: Die angemessene Förderung der Kinder muss bereits in der Kita beginnen, der Übergang zur Grundschule muss optimal organisiert werden.
- Kinder und Jugendliche brauchen eine verlässliche und leistungsfähige Schule: Voraussetzung dafür sind transparente und durchlässige Bildungswege, gut ausgebildete und motivierte Lehrerinnen und Lehrer, ein anspruchsvoller Unterricht und vielfältige außerunterrichtliche Angebote.
- Wir brauchen Chancengleichheit: Jedes Kind muss bestmöglich gefördert werden, das gilt für leistungsstarke ebenso wie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler.
Um die demografischen Herausforderungen zu meistern, braucht das Land sichere Rahmenbedingungen:
- Eine ausgewogene Schulstruktur: Jedes Kind muss eine passende Bildungseinrichtung in zumutbarer Entfernung vorfinden.
- Eine gesicherte Personalplanung: Wir müssen nicht nur den derzeitigen Personalüberhang gut verwalten, sondern jetzt schon dafür sorgen, dass wir auch in den kommenden Jahren genügend qualifizierte Lehrkräfte an den Schulen einstellen können.
"Mit der Verabschiedung des Schulgesetzes im Dezember 2006 wurden Weichen gestellt, um diese Herausforderungen zu meistern", sagte Rupprecht. Künftig werden die meisten Abiturientinnen und Abiturienten ihren Abschluss bereits nach zwölf Jahren ablegen, gleichzeitig bleibt aber auch die Möglichkeit des 13-jährigen Weges insbesondere für die Absolventen von Oberschulen bis zur allgemeinen Hochschulreife. Einige Schulen werden in Leistungs- und Begabungsklassen besonders begabte Schülerinnen und Schüler gezielt fördern. Die Einführung der Schulporträts wird für eine größere Transparenz zwischen den Schulen sorgen.
"Mit den Gesetzesnovellen und Konzepten, die in der kommenden Woche im Landtag erstmals behandelt werden, wird dieser Weg fortgesetzt", betont Bildungsminister Rupprecht. Mit der Novelle des Kitagesetzes werde:
- der Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren erweitert. Wer einen Platz hat, wird ihn auch dann behalten, wenn die Anspruchsvoraussetzungen vorübergehend wegfallen;
- die Qualität der Kitas erhöht. Der Kita-Bildungsplan wird für alle Einrichtungen verbindlich. Die Kommunen erhalten Möglichkeiten, die Qualität von Kitas zu überprüfen;
- die Sprachkompetenz der Kinder verbessert. Künftig werden alle Kinder ein Jahr vor der Einschulung einer Sprachstandsprüfung unterzogen und bei entsprechendem Bedarf an Sprachförderkursen teilnehmen.
Mit der Novelle des Lehrerbildungsgesetzes werden
- angehende Lehrkräfte künftig bereits im Studium mehr Praxiserfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sammeln können, und zwar nicht nur an Schulen, sondern auch an Kitas oder in sozialen Einrichtungen;
- Berufseinsteiger in den ersten fünf Jahren kontinuierlich spezielle Unter-stützungsangebote wie Fortbildungen oder Supervisionen erhalten.
Das GOST-Konzept sieht vor, dass es für die gymnasialen Oberstufen vorübergehende Ausnahmen bei den Mindestschülerzahlen geben soll. Ziel ist, dass auch zukünftig für jede Schülerin und jeden Schüler ein Angebot in erreichbarer Nähe vorhanden sein soll, an dem das zwölfjährige Abitur abgelegt werden kann. Zusätzlich soll in jedem Kreis oder in jeder kreisfreien Stadt an OSZ oder Gesamtschulen mindestens ein Standort gesichert werden, an dem die Schülerinnen und Schüler das Abitur auch nach 13 Jahren ablegen können.
"Doch damit ist noch nicht Schluss", macht der Bildungsminister klar. "Wir werden in diesem Jahr noch weitere Weichen stellen, um die Qualität von Schule voranzutreiben." Dazu zählt der Minister u. a. den weiteren Ausbau von Schulen mit Ganztagsangeboten, die Stärkung der Oberschulen, die gezielte Verbesserung der individuellen Förderung sowohl leistungsstarker als auch leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler sowie eine verstärkte Werbekampagne für den Lehrerberuf.
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