Realschullehrer Bayern

Die Mär von der Bildungsgerechtigkeit

Wenn man aus Schülerleistungsvergleichen den Rückschluss zieht, dass man Bildungsgerechtigkeit ausschließlich daran messen kann, wie die Zugangsberechtigung zum Gymnasium aussieht, dann ist das nur als Märchen zu werten, so Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv).

23.06.2010 Pressemeldung Verband Reale Bildung

"Wie widersinnig diese eingleisige Interpretation ist, zeigen die bayerischen Verhältnisse. Eltern nehmen gezielt und bewusst ihren Elternwillen wahr und entscheiden sich zu einem hohen Prozentsatz für den Bildungsweg der Realschule, obwohl ihrem Kind Gymnasialeignung bestätigt wird. Sie wissen, dass man über viele Wege, insbesondere über die Realschule, zum beruflichen Erfolg bzw. zu einem Hochschulstudium gelangen kann. Wer will ernsthaft behaupten, dass jährlich 300 000 bayerische Eltern ihr Kinder benachteiligen, weil sie es trotz Gymnasialeignung an die Realschule schicken?"

Huber weiter: "Wer Bildungsgerechtigkeit fordert, muss spätestens beim Übergang Kindergarten-Grundschule ansetzen und die frühkindliche Bildung in den Blick nehmen. Beim Übergang von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen zeigen sich lediglich die Bildungsrückstände, die bis zum Grundschuleintritt aufgebaut worden sind und größtenteils auch in der Grundschule bei bester Förderung nicht mehr auszugleichen sind."

Huber forderte dazu auf, die Fakten ernst zu nehmen und die bundesdeutsche Märchenstunde zu beenden: Eine Änderung der Schulstruktur kann kein Problem lösen. Der Verbandschef abschließend: "Wir brauchen gestandene Bildungspolitiker wie Kultusminister Dr. Spaenle, welche klar Position beziehen, und keine Märchentanten, die Eltern verunsichern und ideologisch manipulieren. Wir brauchen für die politische Stimmung in Deutschland zwar ein weiteres Sommermärchen, aber ein Ende der Bildungsmärchen."

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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