Einstellung neuer Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zum 1. November
Die GEW Hessen begrüßt die zum 1. November 2026 neu eingestellten Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, sagte aus diesem Anlass: „Allen zum 1. November neu Eingestellten wünschen wir einen guten weiteren Verlauf des eingeschlagenen beruflichen Weges."
03.11.2026 Hessen Pressemeldung GEW Hessen„Wir wissen, dass der Vorbereitungsdienst einige Höhen und Tiefen mit sich bringen kann. Dennoch hoffen wir, dass möglichst viele von ihnen den Vorbereitungsdienst erfolgreich abschließen. Nur in wenigen Berufen kann man die gesellschaftliche Wichtigkeit und die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns jeden Tag aufs Neue so deutlich erleben.“
Allerdings beobachtet die GEW die Entwicklung beim hessischen Vorbereitungsdienst mit Sorge: Zum einen gehen die Ausbildungszahlen insbesondere in den Lehrämtern zurück, bei denen in den kommenden Jahren der größte Einstellungsbedarf zu erwarten ist: Trotz neuer Möglichkeiten zum Quereinstieg sind die Einstellungszahlen im Lehramt an Haupt- und Realschulen sowie im Lehramt an beruflichen Schulen rückläufig. Der Lehrkräftemangel wird daher in den kommenden Jahren vorwiegend an allen nichtgymnasialen Schulformen der Sekundarstufe I sowie an den berufsbildenden Schulen ein akutes Problem darstellen. Darüber hinaus verschlechtern aktuelle Sparmaßnahmen sowie eine geplante Gesetzesänderung die Ausbildungsbedingungen.
Der Vorbereitungsdienst schließt sich als sogenannte zweite Phase der Lehrkräftebildung an das Lehramtsstudium an und findet sowohl an Schulen als auch an Studienseminaren statt. Die Zahl der von den Ausbilder:innen an den Studienseminaren zu betreuenden Lehrkräften im Vorbereitungsdienst wurde zum 1. Februar 2026 erhöht. „Der Vorbereitungsdienst ist essenziell, um die praktischen Anforderungen des Berufes zu erlernen. Dazu sind eine intensive Begleitung und Gelegenheit zur Reflexion unabdingbar. Doch leider hat das Kultusministerium den sogenannten Ausbildungsfaktor verschlechtert, sodass die Ausbilder:innen noch weniger Zeit für jede einzelne Lehrkraft im Vorbereitungsdienst haben. Wie unsere letztjährige Umfrage belegt, sind angehende Lehrkräfte bereits jetzt überlastet und fühlen sich emotional und mental ausgelaugt“.
Dennoch plant Koalition im aktuellen Novellierungsprozess des Lehrkräftebildungsgesetzes weitere Verschlechterungen. „Die geplante Verkürzung des Vorbereitungsdienstes um drei Monate sowie die deutliche Erhöhung des eigenverantwortlich zu haltenden Unterrichts laufen auf eine deutliche Absenkung der Ausbildungsqualität hinaus. Die ohnehin zu hohe Abbruchquote könnte durch die weiteren Verschärfungen steigen“, ist die Einschätzung von Hartmann.
Die GEW Hessen bietet Lehrkräften im Vorbereitungsdienst ihre Unterstützung an. Das an Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst gerichtete „LiV Spektrum“ beinhaltet zahlreiche praxisorientierte und rechtliche Informationen. Es wird als Printexemplar an den Studienseminaren verteilt und ist zudem digital auf der Homepage der GEW Hessen verfügbar. Darüber hinaus bietet eine neu erstellte Broschüre mit einem FAQ zum Vorbereitungsdienst Antworten auf zahlreiche Fragen.
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