Eltern begrüßen Beitragsfreiheit für die Nachmittagsbetreuung an Schulen

Am kommenden Mittwoch (10.2.2010) berät der Landtag des Saarlandes über einen Antrag der Fraktionen der Regierungskoalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (Landtagsdrucksache 14/80). Mit dem Antrag lässt sich die Regierung auffordern zu tun, was sie bei der Regierungsklausur zum Haushalt 2010 auf Initiative von Bildungsminister Kessler (Grüne) wohl beschlossen hat: die Nachmittagsbetreuung an allen Schulen ab dem Schuljahr 2010/2011 beitragsfrei zu stellen.

07.02.2010 Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.

Die Landeselterninitiative für Bildung begrüßt dies als Entlastung für Familien und Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausdrücklich. Es sei ein Erfolg des neuen Bildungsministers. Doch müsse er sich auch darum kümmern, dass an den Schulen die personellen und räumlichen Kapazitäten da sind, wenn mehr Eltern ihre Kinder zur Betreuung anmelden, denn Engpässe gibt es schon heute.

Gleichzeitig fordert die Initiative die Landesregierung auf, deutlich zu machen, in welchem Umfang ab dem Schuljahr 2010/2011 Voraussetzungen für zusätzliche echte Ganztagsschulen geschaffen werden. Eine bessere Qualität des Lernens erfordere nach Meinung der Eltern eine pädagogisch sinnvolle Abwechslung von Anstrengung, Entspannung und Vertiefung, was nur in rhythmisierten, echten Ganztagsschulen realisierbar sei. Die Initiative ruft die Eltern, Schulen und Gemeinden auf, sich einzubringen, damit Konzepte für echte Ganztagsschulen erarbeitet und Anträge beim Bildungsminister gestellt werden.

Den Text des Landtagsantrages zitieren wir unten zur Information. In ihm werden die Begriffe Bildung, Betreuung, freiwillige Ganztagsschule, Ganztagsklassen, Ganztagsschulen, Förderung in verwirrendem Zusammenhang gebraucht. Es wird etwas populistisch formuliert: "Kein Kind soll aus finanziellen Gründen von der ganztägigen Bildung und Betreuung ausgeschlossen werden." Deshalb wollen wir eines betonen: Schule über den ganzen Tag mit ihrem eigenen Bildungskonzept und ihrem eigenen Rhythmus in den bisherigen einzigen sechs echten Ganztagsschulen im Saarland und in den jüngeren sog. Ganztagsklassen war bisher kostenlos und wird auch bei Erweiterung der Angebote kostenlos sein müssen. Denn die öffentliche Schule ist nicht kostenpflichtig. Neu ist, dass ab dem Schuljahr 2010/2011 keine Beiträge mehr an die Träger der Nachmittagsbetreuung bezahlt zu werden brauchen.

Text des Antrages der Regierungsfraktionen CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen - Landtagsdrucksache 14/80 (Zitat):

"Im Saarland besteht mit dem flächendeckenden Netz unterschiedlicher Formen von Ganztagsschulen ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot für den Nachmittag an allen Schulformen. Dieses Netzwerk ist in seiner Dichte bundesweit beispielhaft und ermöglicht den Eltern auf freiwilliger Basis bedarfsgerecht, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Durch die zusätzlichen Fördermöglichkeiten tragen diese Angebote zu mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem bei.

Derzeit sind knapp zehntausend Schülerinnen und Schüler an den saarländischen Ganztagsschulen angemeldet und nehmen an der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen und weiterführenden Schulen teil. Von 341 Schulen halten 293 Schulen dieses Angebot vor, im Grundschulbereich beträgt das Angebot sogar 98 % aller Schulen.

Das Bildungs- und Betreuungssystem der Freiwilligen Ganztagsschule wird durch die Möglichkeit der Bildung von Ganztagsklassen und gebundenen Ganztagsschulen ergänzt. Es wird ein Bildungs- und Betreuungsangebot mit pädagogischem Konzept und ausgebildeten Fachkräften gewährleistet.

Kein Kind soll aus finanziellen Gründen von der ganztägigen Bildung und Betreuung ausgeschlossen werden.

Der saarländische Landtag beabsichtigt deshalb, die Betreuung in allen Ganztagsschulen während der Schulzeit beitragsfrei zu stellen. Dies bedeutet einen weiteren Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit und eine spürbare finanzielle Entlastung der Familien. Die Ausweitung der Fördermöglichkeiten am Nachmittag mit einem bedarfsorientierten und flächendeckenden Angebot gewährleistet auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ohne dass der Grundsatz der Freiwilligkeit verletzt wird.

Deshalb fordert der saarländische Landtag die Landesregierung auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, alle Ganztagsschulen ab dem Schuljahr 2010/2011 beitragsfrei zu gestalten." (Ende Zitat)


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden