Eltern dokumentieren den Wert von Ganztagsschulen mit einem Film

Die Landeselterninitiative für Bildung hat Landesregierung und Kommunen aufgefordert, aus den erwarteten höheren Steuereinnahmen Mittel in die Verbesserung des Bildungsniveaus zu investieren. Dazu gehöre, wie die PISA-Untersuchungen ergeben haben, ein flächendeckendes Angebot an Schule über den ganzen Tag, das die meisten Länder in der EU und der OECD besitzen. Ganztagsschulen seien für das Land wegen ihres höheren Bedarfs an Lehrerstunden und für die Kommunen wegen ihres erweiterten Raumbedarfs zwar mit höheren Kosten verbunden. Sie führten jedoch zu höherem Leistungsniveau sowie zu einem besseren Ausgleich individueller Leistungsunterschiede und prekärer außerschulischer Bedingungen. Echte Ganztagsschulen seien deshalb auch ein Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit. "Dabei geht es uns nicht um die bloße Ausdehnung des (heute geläufigen) Unterrichts von fünf oder sechs auf acht Stunden, sondern um verändertes Lernen. Um die Wandelung der Schule als Anstalt konzentrierter Belehrung in eine Schule als geordneten Lebens- und Erfahrungsraum. Lernen ist dort besser rhythmisiert und die gemeinsame Lernzeit wird höher", sagte der Sprecher der Initiative Bernhard Strube.

21.05.2007 Saarland Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.

Um den Wert von Ganztagsschulen zu demonstrieren, zeigen die Eltern am Mittwoch 23. Mai 2007, 17 Uhr (Wiederholung Samstag 23. Juni 2007, 17 Uhr) den Dokumentarfilm "Zeit für mehr - Ganztagsschulen auf dem Weg" im Kino achteinhalb in Saarbrücken mit anschließender Diskussion. Der vom Bundesbildungsministerium geförderte, aktuelle Film von Mark Poepping und Roman Schikorsky hat damit Premiere im Saarland.

Dabei verweisen die Eltern auf Ergebnisse der Studie "Bildung in Deutschland 2006" eines Konsortiums im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums sowie den erstmals vorgelegten Bericht "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2006" der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Danach hat das Saarland unter den westlichen Bundesländern nach Bayern das schlechteste ganztagsschulische Angebot in Deutschland (Abb. D3-3 Bildung in Deutschland), hat das Land neben seinen schlechten Quoten bei mittlerer Reife und Abitur mit Sachsen-Anhalt die geringsten Anteile der Bevölkerung mit Hochschulabschluss bzw. Promotion (nämlich 12 %, Bundesdurchschnitt 15 %, OECD 19 %). Zudem ist der Bildungsabstand der Frauen zu den Männern im Saarland im Vergleich mit den anderen Bundesländern mit am höchsten (mehrere Tabellen in Bildungsindikatoren im Ländervergleich). Derzeit seien im Saarland nur vier Grundschulen und eine Gesamtschule echte Ganztagsschulen. Keine einzige sei dazu gekommen, seit der Bildungsminister 50 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm der Bundesregierung "Zukunft, Bildung und Betreuung (IZBB)" an Schulen einsetze.

Zum Film:

Ein halber Tag reicht nicht aus, um die Welt zu erklären - und all das zu lernen, was heute wichtig ist. Deshalb sind Ganztagsschulen heute so gefragt wie noch nie. Die zukunftsweisende Schulform bietet weitaus mehr als neue Öffnungszeiten: Raum für individuelle Förderung und für innovative pädagogische Konzepte. Ganztagsschulen - das bedeutet auch, gemeinsam und voneinander zu lernen, Freizeit kreativ zu gestalten - und mehr freie Zeit fürs Familienleben zu gewinnen.

Wie sieht der Alltag an Ganztagsschulen aus, welche Vorteile bieten sich, was können Ganztagsschulen durch ihr Mehr an Zeit leisten? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der vom Bundesbildungsministerium geförderte Film "Zeit für mehr". Im Fokus des Films steht die Dokumentation von Erfahrungen aus acht deutschen Schulen unterschiedlicher Ausrichtung, darunter die Grundschule im Vogelsang in Saarlouis, die sich auf dem Weg von der Halbtags- zur Ganztagsschule befinden. Thematisiert werden Alltagssituationen ebenso wie Hürden, die überwunden werden müssen und Lösungen, die alle Beteiligte finden. Dabei werden mehrere Ganztagsmodelle präsentiert. Der Film "Zeit für mehr" von Mark Poepping und Roman Schikorsky lässt Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern und außerschulische Partner zu Wort kommen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden