GEW Bremen: Endlich die Konsequenzen aus PISA ziehen!
Das aktuelle Abschneiden Bremens bei der PISA-Untersuchung 2006 erfordert nach Auffassung der GEW prinzipielle Veränderungen: Eine erheblich bessere Versorgung der Schulen und Kindereinrichtungen ist ebenso notwendig wie die Überwindung des Einsortierens der Kinder in verschiedene Schularten.
18.11.2008 Bremen Pressemeldung GEW BremenDie GEW Bremen hält das Länderergebnis von PISA 2006 nicht für erstaunlich: Die bisherigen PISA-Studien haben den engen Zusammenhang von sozialem Hintergrund der SchülerInnen und ihrem Bildungserfolg in Deutschland aufgezeigt. Das Bundesland Bremen weist hier noch vor den anderen Stadtstaaten Hamburg und Berlin die schwierigsten Bedingungen auf, sofern man die hohe Armutsquote und den Anteil der SchülerInnen mit Migrationshintergrund bedenkt. Nicht zufällig liegt Hamburg auf dem zweitschlechtesten Platz, seitdem es (verspätet) an PISA teilnimmt.
Verantwortlich sind vor allem politische Entscheidungen, die die Rahmenbedingungen des Lernens – dazu zählt vor allem die Lehrerversorgung – in den letzten Jahren verschlechterten: Seit dem Regierungsantritt der Großen Koalition im Jahr 1995 bis heute ist die Zahl der Lehrerstellen im Bundesland Bremen von 6500 um 14 % auf 5600 reduziert worden. Gleichzeitig blieb die Schülerzahl weitgehend gleich.
Die Unterrichtsversorgung wurde dadurch erheblich verschlechtert und konnten weniger Kinder gefördert werden. Besonders an den Bremischen Grundschulen wurde infolge der Kürzungen die Schüler-Lehrer-Relation unter den Durchschnitt aller Bundesländer gesenkt. Die Personalausstattung n den Kindertagesstätten ist nach wie vor völlig unzureichend. Dort arbeitet in der Regel nach wie vor keine qualifizierte zweite Erzieherin in den Gruppen.
Ebenso zeigt sich, dass die 2002 von Willi Lemke und Bernd Neumann eingeleitete konservative Schulpolitik keinerlei positive Wirkungen erzielt hat. Die Abschaffung der Orientierungsstufe und die Vorverlegung der Aufteilung der Kinder an das Ende der 4. Klasse sowie die Einführung der Sekundarschule haben die Bildungsbeteiligung nicht erhöht. Im Gegenteil hat sich der Anteil der "RisikoschülerInnen", die sich gegenseitig weniger positive Anregungen geben können, durch die frühe Trennung erhöht. Eine wirklicher Fortschritt ist nur durch eine gemeinsame "Schule für alle" zu erreichen. Hier bringt auch das jetzt von der Bildungssenatorin verfolgte "2-Säulen-Modell" keine Lösung.
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