Demokratiebildung

Kampagne „Wochen der Seenotrettung" startet

Unter dem Motto „Wochen der Seenotrettung" starten die GEW Bremen, die GEW Hessen und die Organisation Sea-Watch eine gemeinsame Kampagne. Diese soll Aufmerksamkeit für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer schaffen.

06.11.2026 Hessen, Bremen Pressemeldung GEW Hessen, GEW Bremen
  • © www.pixabay.de Gewerkschaft und Seenotrettungsorganisation setzen gemeinsam ein Zeichen für Solidarität, Menschenrechte und eine demokratische Haltung in Schulen.

Zugleich machen die Organisationen deutlich, dass demokratisches Engagement von Beschäftigten im Bildungsbereich nicht eingeschüchtert oder unterbunden werden darf. Ausgangspunkt der Kampagne ist ein Vorfall in Bremen: Einer Lehrkraft wurde das Tragen eines Sea-Watch T-Shirts in der Schule untersagt. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Debatte um eine angebliche Neutralität, die Lehrkräfte gegenüber kontroversen politischen Themen einnehmen sollen – mit dem Ziel, kritische Bildungsprozesse zu verhindern oder demokratisches Engagement zu diskreditieren.

Ramona Seeger, Landesvorstandssprecherin der GEW Bremen, erklärt zum Auftakt der Kampagne: „Das angebliche Neutralitätsgebot darf nicht zum Maulkorb für Lehrkräfte und andere Beschäftigte im Bildungswesen werden. Wer sich für Menschenrechte, Demokratie und Solidarität einsetzt, handelt innerhalb der aktuellen Gesetze und Erlasse. Die Kolleg:innen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Wir lassen nicht zu, dass demokratisches Engagement durch einen falsch verstandenen Neutralitätsbegriff unterbunden wird. Wenn einer Lehrkraft das Tragen eines Sea-Watch-Shirts verboten wird, tragen wir es eben alle".

Der Vorsitzende der GEW Hessen, Thilo Hartmann, spricht den schulischen Beschäftigten Mut zu, die sich für demokratische Werte engagieren: „Beschäftigte in Bildungseinrichtungen müssen sich zwar überparteilich, aber nicht wertneutral verhalten. Im Gegenteil: Die Vermittlung sowie der Schutz von Menschenrechten und demokratischen Werten gehört zu ihrem Bildungsauftrag. Wir solidarisieren uns mit allen Kolleg:innen, die Anfeindungen aufgrund ihres demokratischen Engagements erfahren. Gleichzeitig wehren wir uns gegen jeden Angriff, der darauf abzielt, den demokratischen Meinungsaustausch an Schulen einzugrenzen".

Auch Sea-Watch unterstreicht die Bedeutung der gemeinsamen Kampagne. Julia Winkler, Pressesprecherin von Sea-Watch, erklärt: „Wer ein T-Shirt für zivile Seenotrettung untersagt, erklärt Lebensrettung zum Streitfall. Was gestern Konsens war, gilt heute als Provokation: So sieht die Normalisierung von rechts aus. Nicht wir stellen die Demokratie infrage, sondern diejenigen, die Seenotrettung auf dem Mittelmeer kriminalisieren und im Klassenzimmer ausgrenzen. Die GEW Bremen und die GEW Hessen zeigen Haltung, wenn es darauf ankommt. Solidarität und Menschenrechte gehören in die Schule, gerade jetzt."

Mit den „Wochen der Seenotrettung" wollen die Organisationen Aufmerksamkeit für die humanitäre Situation im Mittelmeer schaffen und zugleich eine Debatte darüber anstoßen, wie innerhalb der Schulen über die zivile Seenotrettung gesprochen werden kann. Mit der Kampagne laden wir die Beschäftigten dazu ein, Solidarität sichtbar zu machen. Interessierte können sich das Kampagnen-Shirt kaufen, ihre Fotos teilen und in den Schulklassen auf das Thema aufmerksam machen.

Informationen zur Kampagne gibt es unter: https://deine.gew.app/wochen-der-seenotrettung

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