GEW NRW zum dritten Pisa-Test: Leichte Verbesserungen – soziale Spaltung ist geblieben
Kein Grund zum Jubeln bedeuten für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die leichten Verbesserungen in der Leistungsbilanz der 15-jährigen. "Die soziale Spaltung ist nach wie vor unser größtes Problem. Es ist beschämend, dass nach wie vor - wie in keinem anderen Industrieland - in Deutschland die Bildungschancen von Herkunft und Einkommen der Eltern abhängen", so Norbert Müller, stellvertretender Vorsitzender der GEW in NRW.
07.12.2010 Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenWenn gegenwärtig der auf Druck und Auslese ausgerichtete Kurs der vormaligen schwarz-gelben Landesregierung in ersten Schritten korrigiert und auf Stärkung der individuellen Förderung und Unterstützung umgestellt werde, sei das nur konsequent. Wichtige Zukunftsprojekte wie kindgemäße frühkindliche sprachliche Förderung in den Kindertageseinrichtungen, gebundene Ganztagstagsschulsysteme unter entsprechenden personellen und räumlichen Bedingungen müsse die Landesregierung konsequent angehen. Müller: "Ganz dringend brauchen wir in NRW eine Verständigung über längeres gemeinsames Lernen. Da ist der Schulversuch zur Gemeinschaftsschule ein Hoffnungsschimmer."
Um die erforderliche Bildungsoffensive bewerkstelligen zu können, bedürfe es finanzieller Aufwendungen, die über den Landeshaushalt und die Haushalte der Kommunen alleine nicht zu stemmen seien. Müller: "Am Geld darf es in Zeiten der versprochenen Bildungsrepublik nicht scheitern. Wir erwarten von daher eine Bundesratsinitiative der Landesregierung, die darauf ausgerichtet ist, die notwendigen Mittel im Zuge einer Steuerpolitik, die den vorhandenen Reichtum zugunsten von Bildung abschöpft, einzufordern."
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