GEW will jährlich 1.500 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte ab 2026
Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet, dass die nächste Landesregierung jährlich mindestes 1.500 zusätzliche Stellen für die 4.500 Schulen in Baden-Württemberg schafft.
06.10.2025 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg„Wir hören aus dem Kultusministerium, dass die 1.440 verschollenen Lehrerstellen wohl schon mindestens seit 2015 fehlen. Wir erwarten von allen Parteien in ihren Landtagswahlprogrammen klare Aussagen, wie sie diese nach der Landtagswahl am 8. März 2026 zurück geben wollen. Zusätzliche Stellen brauchen wir zuerst für SBBZ und die Inklusion und dann die Grundschulen, die als einzige Schulart keine einzige so genannte Pool-Stunde für weitere Angebote wie Förderunterricht bekommt und in denen der versprochene Ethikunterricht immer noch nicht stattfindet. Gelingende Inklusion und guter Ganztag sind weiter Fremdworte zwischen Main und Bodensee: Auch hier kann sinnvoll in gute Bildung investiert werden“, sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Sonntag (05.10.) anlässlich des Weltlehrer:innentages, der jährlich am 5. Oktober stattfindet.
Mit diesem Tag wird an die 1966 verabschiedeten „Empfehlungen zum Status von Lehrenden“ der UNESCO sowie an die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Lehrberufs erinnert.
Die GEW setzt sich an diesem Tag auch für einen Branchentarifvertrag in der beruflichen Weiterbildung ein. Dieser soll auch für Lehrkräfte gelten, die Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache (DaF/DaZ) unterrichten. „Im Gesamtprogramm Sprache leisten zehntausende hochqualifizierte Lehrkräfte in den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Integrations- und Berufssprachkursen einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration von Menschen in die Gesellschaft und in den Beruf. Es darf nicht passieren, dass diese Lehrkräfte schlechter gestellt werden als die Pädagog*innen in den durch die Bundesagentur für Arbeit geförderten Maßnahmen“, sagte Stein.
Der globale Dachverband Education International (EI), dem die GEW angehört, macht mit seiner Kampagne „Mach’s Öffentlich! Geld für Bildung!“ auf das weltweite Problem der Unterfinanzierung öffentlicher Bildung und des massiven Lehrkräftemangels aufmerksam. EI geht davon aus, dass bis 2030 insgesamt 50 Millionen zusätzliche Lehrkräfte fehlen.
„140.000 Lehrkräfte begleiten die 1,5 Millionen Schüler*innen in Baden-Württemberg auf dem Weg ins Leben. Sie gehen dabei oft an ihre Grenzen. Der für mich schönste Beruf der Welt braucht Entlastung und öffentliche Wertschätzung. Unsere pädagogischen Profis leisten wichtige und unverzichtbare Arbeit für die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen und damit unserer Gesellschaft”, sagte Stein. Die Schüler:innenzahlen sollen nach den Berechnungen des Statistischen Landesamtes bis 2035/36 auf 1,624 Millionen ansteigen.
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