GEW Thüringen: Beteiligung ist mehr als nachträgliches Informieren
Im Landesschulbeirat informierte Minister Christian Tischner über den Thüringer Orientierungsplan Schulqualität und lobte die frühe Information in dem Gremium, welches das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur berät. Das sieht die GEW Thüringen allerdings ganz anders und bemängelt die fehlende Beteiligung der Beschäftigten.
28.09.2026 Thüringen Pressemeldung GEW ThüringenDazu Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen: „Es reicht! Informieren ist etwas anderes als beteiligen. Wir erwarten von Minister Tischner echte Kooperation auf Augenhöhe, denn wir haben den Anspruch, als konstruktiver Partner an der Entwicklung des Bildungswesens mitzuwirken, um bestmögliche Lösungen auch im Sinne der Beschäftigten zu finden“.
Das TMBWK hat unter dem vielversprechenden Titel „Mehr Zeit für gute Bildung – Entlastungen schaffen – Qualität stärken“ Verbände und Gewerkschaften zur Mitarbeit in drei Unterarbeitsgruppen (Qualitätsmanagement, Entlastung, Unterrichtsabsicherung) eingeladen. Die GEW Thüringen ist dieser Einladung im Geiste einer konstruktiven, lösungsorientierten Bildungspolitik gefolgt. Wir müssen aber leider feststellen, dass in den Unterarbeitsgruppen zwar diskutiert, aber bereits parallel an Entscheidungen gearbeitet wurde. Das gilt für die Themen Altersabminderung und Ansparkonto, das gilt für die Umstrukturierung der zweiten und dritten Phase der Lehrer:innenbildung durch die vom Kabinett bereits beschlossene Gründung des Landesinstituts für Lehrkräftebildung und Schulqualität Thüringen (LIST) sowie die Einrichtung einer Stabsstelle Thüringer Institut für Bildungsmonitoring (ThIB). Und es gilt für den am vergangenen Mittwoch vorgestellten Thüringer Orientierungsplan Schulqualität (TOS).
Die aktuell praktizierte Vorgehensweise ist nicht länger akzeptabel. Die GEW Thüringen fordert eine echte Beteiligung an diesen Prozessen. Dies beinhaltet nicht nur Mitarbeit in ineffektiven Arbeitsgruppen und unverbindlichen Gesprächsrunden, sondern vor allem das Einholen von gewerkschaftlicher Expertise vor ministeriellen und finalen Entscheidungen. Hinzu kommt, dass viele der jetzt getroffenen Entscheidungen auf die Ergebnisse des „Dialogs Schule 2030“ zurückgehen. In diesem Prozess war die GEW Thüringen intensiv eingebunden. Jetzt nur noch über Entscheidungen informiert zu werden, zeigt deutlich, welchen Wert der Minister auf die Expertise der GEW Thüringen legt.
„Minister Tischner hat bei Amtsantritt angekündigt, das dialogische Prinzip seines Vorgängers Helmut Holter weitestgehend fortzuführen. Davon sind wir meilenweit entfernt“, so Vitzthum abschließend.
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