Grundschulempfehlung abschaffen

"Die Grundschulempfehlung für Kinder der vierten Klasse sollte abgeschafft und stattdessen die individuelle Förderung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen ausgebaut werden", sagte am Mittwoch (28.11.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in einer ersten Reaktion auf die Ergebnisse der internationalen Grundschulstudie IGLU (Lesekompetenzen von Grundschulkindern im internationalen Vergleich).

29.11.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Dahlem lobte die gute Arbeit der Lehrer/innen an den 2.400 Grundschulen in Baden-Württemberg und der Erzieher/innen in den 7.600 Kindertageseinrichtungen. "Sie zeigen, dass Lernen in heterogenen Gruppen erfolgreich ist. Dabei ist besonders erfreulich, dass der Anteil der so genannten Risikokinder gegenüber 2001 gesunken ist", so Dahlem.

IGLU 2006 stellte unter anderem fest, dass eine Empfehlung für weiterführende Schulen viel zu oft von der Herkunft des Kindes und nicht von seinen Fähigkeiten bestimmt wird. Außerdem sind Kinder, deren Eltern im Ausland geboren wurden, und Kinder aus unteren sozialen Schichten weniger erfolgreich als ihre Klassenkollegen aus oberen sozialen Schichten. "Ein Kind, dessen Eltern oder Großeltern im Ausland geboren sind, braucht höhere Leistungen als ein Kind aus der deutschen Mittelschicht, um eine Gymnasialempfehlung zu bekommen. Dies zeigt, dass die frühe Trennung der Kinder nach der vierten Klasse nicht sinnvoll ist und wir längere gemeinsame Lernzeiten brauchen", so Dahlem.

An IGLU 2006 haben weltweit insgesamt 35 Staaten teilgenommen. Hinzu kommen zehn Regionen, die in der internationalen Berichterstattung getrennt aufgeführt werden, weil die jeweiligen Regionen für Bildungsfragen weitestgehend selbstverantwortlich sind. Deshalb wird einheitlich von 45 Teilnehmerstaaten gesprochen. Die Ergebnisse des nationalen Vergleichs IGLU-E 2006 werden im Herbst 2008 veröffentlicht.

Infos im Internet: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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