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Hessen: Landesregierung stellt Bildungschancenpaket vor

Die GEW Hessen sieht in dem von der Landesregierung vorgestellten Bildungschancenpaket einen Schritt in die richtige Richtung. Die Fächer Mathematik und Deutsch werden gestärkt. Außerdem erhalten die Schulen in zwei Schritten 200 der 300 gestrichenen sozialindizierten Lehrkräftestellen zurück.

31.08.2026 Hessen Pressemeldung GEW Hessen
  • Tisch mit Schulbüchern, Stiften, Wecker und einem Jungen im Hintergrund © www.pexels.com Auch die erst vor wenigen Monaten verkündeten Kürzungen im Bereich der digitalen Bildung will die Landesregierung nach eigenen Angaben zurücknehmen.

Das heute von Ministerpräsident Boris Rhein, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Kaweh Mansoori und Kultusminister Armin Schwarz vorgestellte Bildungschancenpaket sieht unter anderem eine zusätzliche Deutschstunde in der 1. Klasse und zusätzliche Förderstunden für Mathematik in den ersten beiden Klassen vor. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, begrüßt diesen Schritt: „Die zusätzliche Förderung in Mathe und Deutsch  ist eine wichtige Maßnahme. Damit erhalten Schüler:innen mehr Zeit, um wichtige Kompetenzen zu festigen. Die Lehrkräfte haben so mehr Möglichkeiten für die individuelle Förderung. Gerade angesichts des schlechten Abschneidens Hessens bei den letzten Schulleistungsstudien ist es entscheidend, grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen frühzeitig zu stärken. Mehr Unterrichtszeit schafft dafür bessere Voraussetzungen und unterstützt Lehrkräfte dabei, auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einzugehen.“

Die Wiedereinrichtung von 200 der 300 zuvor gestrichenen sozialindexierten Lehrkräftestellen sei ein Erfolg der Bildungsproteste, die die GEW in den letzten Monaten gemeinsam mit Eltern und Schüler:innen organisiert hat. „Hessenweit haben tausende Kolleg:innen gegen die Kürzungen im Bildungsbereich demonstriert. Insbesondere die Kürzungen bei den integrierten Gesamtschulen und den Sozialindexstellen sorgten auch für Protest von Schüler:innen und Eltern. Gemeinsam haben wir erreicht, dass die Landesregierung ihre Sparpläne zulasten der hessischen Schulen nun in Teilen revidiert.“ Dennoch sei diese Teilrücknahme nicht ausreichend. „Die gesellschaftlichen Herausforderungen werden in den kommenden Jahren zunehmen. Daher brauchen wir neben der angekündigten Neuberechnung des Sozialindexes auch einen weiteren Ausbau“, forderte Hartmann.

Auch die erst vor wenigen Monaten verkündeten Kürzungen im Bereich der digitalen Bildung will die Landesregierung nach eigenen Angaben zurücknehmen. Nachdem zunächst der Modellversuch „Digitale Welt“ abgebrochen und den Schulen die entsprechende Zuweisung entzogen wurde, soll nun ein neues Schulfach „KI und Digitale Welt“ ab dem Schuljahr 2027/2028 für die Jahrgangsstufen 5 und 6 verpflichtend angeboten werden. Mehr Medienbildung sei begrüßenswert und befähige Jugendliche, sich in einer sich schnell ändernden Welt zurechtzufinden. „Das Erkennen von KI-generierten oder überarbeiteten Bildern oder Videos ist auch für die politische Meinungsbildung wichtig.“ Hinsichtlich der Durchführung sieht die GEW Hessen zudem noch einige offenen Fragen. So sei nicht klar, woher die benötigten ausgebildeten Informatiklehrkräfte kommen sollen und ob das neue Fach zusätzlich oder auf Kosten des bisherigen Fächerkanons angeboten wird.

Abschließend rief Hartmann die Landesregierung dazu auf, das bildungspolitische Chaos der letzten Monate zu beenden. „Schulen brauchen für ihre wichtige Arbeit Verlässlichkeit. Da verbietet es sich, heute Stellen oder ganze Fächer zu streichen und sie morgen teilweise wieder zuzuweisen, ohne dass für diese Maßnahmen ein bildungspolitischer Plan erkennbar wäre. Dieser jedoch wird von Lehrkräften, Eltern und Schüler:innen zurecht erwartet“, sagte Hartmann abschließend.

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