Hofmann-Göttig: Reformen im Berufsvorbereitungsjahr starten

Die schulische Ausbildung im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) soll mit einer umfassenden Reform sowie mit zwei Modellversuchen, an denen sich insgesamt 24 Berufsbildende Schulen im Land beteiligen, neue Impulse erhalten. Bildungsstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig betonte jetzt in Mainz, die damit verbundenen Verbesserungen kämen den überwiegend benachteiligten Schülerinnen und Schülern zugute. Junge Menschen, denen es nicht gelungen ist, im Laufe ihrer Schullaufbahn einen Hauptschulabschluss zu erwerben, hätten auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt immer weniger Chancen. Das BVJ, das für solche Mädchen und Jungen verpflichtend ist, solle diese Chancen verbessern und eröffne eine zusätzliche Möglichkeit zum Erwerb eines Schulabschlusses.

02.07.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Im Rahmen des Bundesprogramms "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf" würden zum einen in sechs Berufsbildenden Schulen (in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Linz, Trier, Ludwigshafen, Kusel und Kaiserslautern) so genannte Qualifizierungsbausteine in der Berufsvorbereitung modellhaft erprobt, die dem BVJ eine neue noch stärker ausbildungsorientierte Struktur gäben und dem Ziel dienten, die Jugendlichen direkt in eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu führen, sagte der Staatssekretär. Ermöglicht werden solle den Jugendlichen dabei der Erwerb von Teilkompetenzen aus anerkannten Ausbildungsberufen bereits während des Berufsvorbereitungsjahres. Die bisherige Möglichkeit, dass schulpflichtige Schülerinnen und Schüler, die aus den allgemein bildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss entlassen wurden, diesen mit dem erfolgreichen Besuch des BVJ erwerben könnten, bleibe dabei bestehen.

In insgesamt 21 Berufsbildenden Schulen werde zweitens im Modellversuch "Berufs- und Arbeitsweltbezogene Schulsozialarbeit" eine stärkere Vernetzung zwischen den in den Berufsvorbereitungsjahren vorhandenen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie den dort tätigen Lehrkräften angestrebt. Dabei könne auf das bereits im November 2003 allen Schulen zugeleitete "Qualitätsprofil Schulsozialarbeit an Berufsbildenden Schulen" aufgebaut werden, so der Bildungsstaatssekretär.

Unabhängig von den Modellversuchen erhielten zum kommenden Schuljahr alle Berufsbildenden Schulen im Land mehr Gestaltungsspielraum sowohl bei der Klassenbildung als auch bei der Art der Sprachförderung, unterstrich Hofmann-Göttig. Mit zusätzlichen Standards und die Einbindung in die BBS-Gesamtreform werde das offene Curriculum des seit 2001 gültigen BVJ-Lehrplans ergänzt. Die Fort- und Weiterbildungspalette für die Lehrkräfte werde insbesondere in den Bereichen Förderplanung und Diagnostik erweitert. "Ziel dieser Maßnahmen wie auch der gesamten BBS-Reform ist: Es soll im schulischen Bereich des beruflichen Bildungssystems keine Sackgasse mehr geben. Die dafür notwendige Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schularten und den verschiedenen Bildungsgängen ist gewährleistet und wird durch die Reform des Berufsvorbereitungsjahres weiter gestärkt", betonte Staatsekretär Hofmann-Göttig und verwies dabei auch auf die vielfältigen Veränderungen im neuen Schulgesetz.


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