Gastbeitrag

Ich poste, also bin ich

Soziale Medien üben auf Jugendliche eine große Faszination aus. Da digitale Selbstinszenierung aber eine gewisse Selbstreflexion voraussetzt, ist eine medienpädagogische Begleitung sinnvoll. Text Daniela Fricke

09.03.2021 Bundesweit Artikel Daniela Fricke
  • © Monkey Business - stock.adobe.com

Die Pubertät ist eine Zeit der Selbstfindung und des Experimentierens mit der eigenen Identität. Dabei ist die Meinung der Peers besonders wichtig: Jugendliche wollen gut rüberkommen – im realen Leben ebenso wie im Netz. Soziale Medien können einen positiven Beitrag zur Kommunikation und zur Selbstdarstellung leisten, die Nutzung hat aber auch ihre
Schattenseiten. Je bewusster sich Jugendliche darüber sind, desto besser können sie Soziale Netzwerke wie Whatsapp, Instagram oder Twitter verantwortungsvoll für ihr Identitätsmanagement nutzen.

Soziale Medien - Pro und Contra

Für Jugendliche sind soziale Medien aus mehreren Gründen attraktiv: Sie ermöglichen den ständigen Austausch mit Freundinnen und Freunden und helfen dabei, herauszufinden, wer man sein möchte. Von der Grundidee her sind sie zudem erwachsenenfreie Räume, in denen man sich ausprobieren kann, ohne von den Eltern überwacht zu werden. Außerdem trifft man hier unabhängig vom Wohnort andere Jugendliche mit gleichen Interessen. Die Anzahl der „Freunde“ und Follower – mögen diese auch nur Kurzbekanntschaften sein – zeigt, wie beliebt man ist. Gleiches gilt für die Anzahl der Likes und Kommentare. Der Druck, gefallen zu wollen, ist in diesem Alter groß und viele Jugendliche passen ihre Selbstdarstellung an das an, was bei ihren Freunden am besten ankommt. Hinzu kommt die Angst, Opfer von Cybermobbing zu werden. So wird aus der Suche nach Selbstbestätigung und Anerkennung schnell eine Sucht nach Likes – und das Selbstbild wird abhängig von der Bewertung anderer. Eine weitere Gefahr besteht im Umgang mit persönlichen Daten. Viele Jugendliche haben öffentliche Profile und teilen zum Teil private Informationen mit der Welt. Dadurch machen sie es nicht nur werbetreibenden Unternehmen leicht, Persönlichkeitsprofile von ihnen zu erstellen: Auch Pädokriminelle können anhand der frei zugänglichen Details viel über sie erfahren und diese Informationen gezielt nutzen, um ihr
Vertrauen zu gewinnen.

Unterrichtsmaterialien

Auf den Webseiten medien-in-der-schule.de und sicherheit-macht-schule.de finden Lehrerkräfte kostenfreie medienpädagogische Materialien, um Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse fit für den Umgang mit sozialen Medien zu machen. Eine weitere empfehlenswerte Quelle für Informationen und Unterrichtsmaterialien zum Thema digitale Medienkompetenz ist die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Internet klicksafe.de.


Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in:
didacta DIGITAL – Aktuelles rund ums Lehren & Lernen mit neuen Technologien, Ausgabe 1/2020, S. 18-19, www.didacta-digital.de.



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