Individuelle Förderung führt in Nordrhein-Westfalen zu weniger Bedarf an Nachhilfe

Die individuelle Förderung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen wirkt. Diese Schlussfolgerung zieht Schulministerin Barbara Sommer aus der heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung zum Thema Nachhilfe in Deutschland.

28.01.2010 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Die Bertelsmann-Studie zeigt, dass wir in Nordrhein- Westfalen den richtigen Weg eingeschlagen haben. Jede Schülerin und jeder Schüler hat ein Recht auf individuelle Förderung. Das haben wir fest im Schulgesetz verankert. Jetzt zeigt sich, wie erfolgreich unsere Schulen bei der individuellen Förderung sind. Wir haben heute weniger Sitzenbleiber, mehr ´Aufsteiger´ und auch die Nachhilfequote liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das ist nicht zuletzt auch auf die gestiegene Zahl der Ganztagsschulen zurückzuführen, die mehr Zeit für Förderung und Betreuung bieten."

Nach der von den beiden Bildungsforschern Klaus Klemm und Annemarie Klemm vorgelegten Untersuchung geben Eltern bundesweit insgesamt bis zu 1,5 Mrd. Euro für Nachhilfe aus. Die Studie kommt zu folgendem Schluss: Nordrhein-Westfalen gehört zu den Bundesländern, in denen "eher wenig Geld für Nachhilfeunterricht ausgegeben wird". Auch der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die Nachhilfe bekommen, liegt in Nordrhein-Westfalen unter dem Bundesdurchschnitt. In den Sekundarstufen I und II erhalten 14,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler Nachhilfe (Bundesdurchschnitt 15,0 Prozent). Zum Vergleich: In Hamburg und Baden-Württemberg bekommen 19 von 100 Schülern Nachhilfe.

Schulministerin Sommer: "Mit unseren Maßnahmen für mehr Ganztag, mehr Förderstunden und mehr Lehrer wird es uns gelingen, die Nachhilfequote weiter zu verringern. Natürlich kann es immer Situationen geben, in denen Nachhilfe für eine begrenzte Zeit erforderlich sein kann. Das darf aber nur die Ausnahme sein, um konkrete Defizite auszugleichen. Vielfach wissen die Lehrer gar nichts davon, dass ein Schüler Nachhilfeunterricht bekommt. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern auf die Lehrer zugehen und gemeinsam mit ihnen darüber sprechen, ob Nachhilfe überhaupt sinnvoll und notwendig ist. Häufig lassen sich die Defizite nämlich auch durch schulinterne Maßnahmen ausgleichen."

Die positiven Ergebnisse der Bertelsmann-Studie werden durch folgende Daten für Nordrhein-Westfalen bestätigt:

  • Die Wiederholerquote ist in der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen seit 2004/2005 kontinuierlich von 3,4 Prozent auf nunmehr 2,4 Prozent im Schuljahr 2009/10 zurückgegangen. Im Gymnasium ist die Wiederholerquote seit 2001 bis heute um ein Drittel von 3,9 auf 1,3 zurückgegangen.
  • Gleichzeitig nimmt die Durchlässigkeit des Schulsystems weiter zu. Kam in den Jahren 2000 bis 2005 im Mittel auf 15 Schulabsteiger nur ein "Schulaufsteiger", so lag diese Quote zum Schuljahr 2009/2010 etwa bei 7 zu 1. Das ist eine Verbesserung um mehr als 55 Prozent.
  • Insgesamt 314 Schulen in Nordrhein-Westfalen wurden bisher mit dem Gütesigel Individuelle Förderung ausgezeichnet. An den Gütesiegel-Schulen wird die Leitidee der individuellen Förderung besonders vorbildlich umgesetzt.

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