Kürzungen am Gymnasium sind keine Investitionen in unsere Jugend!
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt hat den Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK), den Bundesländern eine flexiblere Gestaltung der Stundentafeln zu erlauben, kritisiert.
07.03.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)"Unter dem Deckmantel der ´Flexibilisierung´ wird den Bundesländern gestattet, von der jetzt nur noch formal verbindlichen Pflichtstundenzahl 265 abzuweichen. Dem Missbrauch dieser Regelung sind damit Tür und Tor geöffnet", fürchtet Schmidt. Den Finanzministern der Länder komme diese Regelung wie gerufen, um unter dem Vorwand der Schülerentlastung weitere Unterrichtsstunden und damit Lehrerstellen einzusparen. "Kürzungen von Unterricht und damit von Bildungschancen sind aber kein Fortschritt und keine Investition in unsere Jugend. Dies anders darzustellen grenzt schon an Zynismus. Was unseren Schülerinnen und Schülern wirklich nutzt, ist nicht die Streichung von Unterricht, sondern bessere Lernbedingungen. Dazu gehören mehr Lehrkräfte und Unterstützungspersonal ebenso wie ausgeweitete räumliche und organisatorische Möglichkeiten. Das allein hilft wirklich, die erforderliche Qualität des gymnasialen Bildungsganges zu erhalten, ohne dass Schüler, Eltern und Lehrkräfte den Weg zum Abitur als permanente Überlastung erleben."
Als kleinen Lichtblick bezeichnete es der bpv-Vorsitzende, dass Forderungen nach noch weitreichenderen Kürzungen, wie sie aus manchen Bundesländern oder seitens der bayerischen Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien (LEV) gestellt wurden, mit dem gestrigen KMK-Beschluss vom Tisch sind. "Hier hat anscheinend der von Kultusminister Schneider vertretene Qualitätsanspruch Schlimmeres verhindert", glaubt der bpv-Vorsitzende. Diesen forderte Schmidt denn auch auf, sich mit Nachdruck für ein personell gut ausgestattetes und konzeptionell überzeugendes Gymnasium einzusetzen: "Das Abitur lebt davon, dass es nicht nur das Zeugnis der Studienberechtigung ist. Es muss national wie international die allgemeine Studierfähigkeit unserer Abiturienten gewährleisten. Eine Voraussetzung dafür ist, dass unsere Schulen ein vielfältiges und hochwertiges Bildungsangebot anbieten können, das Pflicht- wie Wahlunterricht umfasst und stärker das Eingehen auf die persönlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Einzelnen erlaubt. Denn entgegen allen Behauptungen lassen sich die Quantität des Unterrichtsvolumens und die Qualität der Schülerleistungen nicht voneinander trennen." Es sei kein Zufall, dass die meisten Staaten, die bei PISA besser als Deutschland abgeschnitten haben, ihren Schülern mehr Unterrichtstunden bieten.
Zur konstruktiven Mitarbeit an der Lösung der anstehenden Fragen bleibe sein Verband weiter bereit, betonte Schmidt abschließend.
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