Kultusministerin Henzler begrüßt deutsche PISA-Ergebnisse
Kultusministerin Dorothea Henzler hat das verbesserte Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler beim internationalen PISA-Vergleichstest begrüßt. Die neuen PISA-Ergebnisse zeigen eine deutliche Leistungssteigerung der deutschen Schülerinnen und Schüler und somit einen Erfolg der Reformanstrengungen in Deutschland seit dem ersten PISA-Test im Jahr 2000.
07.12.2010 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenPositiv ausgewirkt hätten sich nach Ansicht der Bildungsforscher unter anderem die längere Besuchszeit der Kitas, die frühere Einschulung, die Einführung von Bildungsstandards und die Ganztagsangebote, aber auch die frühe Sprachförderung und die Sprachtests. Hessen hat vor allen anderen Ländern damit begonnen, die verbindliche Sprachförderung vor der Einschulung und entsprechende Sprachtests einzuführen. Mittlerweile sind die meisten Länder diesem Vorbild gefolgt, sagte Henzler.
PISA steht für Programme for International Student Assessment. Verantwortet wird der Test von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. An der jüngsten Untersuchung im Mai/Juni 2009 nahmen fast eine halbe Million 15 Jahre alte Schülerinnen und Schüler aus 65 Nationen teil. In Deutschland waren diesmal 4970 Schüler aus 223 Schulen beteiligt. Mit den Tests wird überprüft, ob die Jugendlichen über Grundvoraussetzungen zur Bewältigung des Alltagslebens verfügen. PISA überprüft deshalb Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und Kompetenzen des naturwissenschaftlichen Unterrichts. In Mathematik und Naturwissenschaften liegen die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler mittlerweile klar über dem OECD-Durchschnitt. Auch bei der Lesekompetenz, bei der Deutschland einen Platz im Mittelfeld belegt, sind deutliche Fortschritte gegenüber der ersten PISA-Studie erkennbar.
Die Ministerin sagte weiter, nach Meinung der Bildungsforscher zeigten die aktuellen Ergebnisse auch, dass die regelmäßige Evaluation und Überprüfung von Lernergebnissen eine Ursache der Verbesserung sei. Insbesondere dann, wenn die Evaluation verbunden sei mit konkreten Zielvereinbarungen, mit denen Schulen Defizite abbauen könnten. Zu diesem Komplex der bildungspolitischen Rahmenbedingungen guter Schule zählten die Forscher auch die größere Selbstständigkeit von Schulen und die eigene Verantwortung für Unterricht und Schulleben. Das zeigt, dass wir in der Bildungspolitik in Hessen auf einem guten und richtigen Weg sind. Und es ist ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und noch besser zu werden, sagte die Ministerin.
Bereits im Sommer 2010 waren die Ergebnisse des Ländervergleichs Bildungsstandards veröffentlicht worden, der die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler nach Bundesländern getrennt und bezogen auf die nationalen Bildungsstandards im Fach Deutsch und in den Ersten Fremdsprachen (Englisch und Französisch) erfasste. Im Fach Englisch hatte Hessen dort einen vorderen Rang in der Spitzengruppe der deutschen Bundesländer belegt, nämlich einen vierten Platz im Leseverstehen und ebenfalls einen vierten Platz im Hörverstehen. Ähnlich positiv schnitt Hessen in Französisch ab. Im Fach Deutsch belegte Hessen insgesamt einen mittleren Platz (Rang 8 in der Lesekompetenz, Rang 9 beim Zuhören), wobei es aber im Teilbereich Orthografie mit Platz 4 wiederum zur Spitzengruppe der Länder gehörte.
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