Kultusministerin Karin Wolff: Qualität durch Zielvorgaben, Landesprüfungen, Jahrstundentafeln sowie qualifizierte Vertretungskräfte sichern

"Hessens Schulwesen befindet sich seit 1999 auf konsequentem Modernisierungskurs. Wir wollen auf allen Ebenen die Qualität verbessern und zum Bildungsland Nummer eins werden", sagte die Hessische Kultusministerin Karin Wolff heute beim 6. VhU-Bildungsforum "Selbständige eigenverantwortliche Schule 2015" der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) in Frankfurt am Main. Bildungsstandards als verbindliche und regelmäßig überprüfte Ziele sowie mehr Eigenverantwortung der Schulen seien "als zwei Seiten einer Medaille" Kernbestandteile dieses Konzepts.

15.05.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Autonomie der Schulen ist für Karin Wolff kein Selbstzweck, sondern eine Konsequenz aus den PISA-Studien. Diese Freiheit dürfe nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden, sondern beruhe auf klaren Zielvorgaben und regelmäßig evaluierten Ergebnissen. Als zentrale Koordinierungsstelle sei im vergangenen Jahr in Wiesbaden das Institut für Qualitätsentwicklung eingerichtet worden. Hessen beteilige sich an den internationalen Bildungsstudien TIMSS, IGLU und PISA, und erhöhe mit Landesprüfungen, dem Mathematikwettbewerb aller 8. Klassen sowie schulinternen Vergleichsarbeiten die Bildungsqualität. Nach der laufenden Erprobung an 50 Pilotschulen will die Ministerin externe Schulinspektionen im kommenden Jahr als "Schul-TÜV" hessenweit einführen. Im bundesweiten Vergleich wolle Hessen vergleichbare und exzellente Ergebnisse für die einzelnen Schülerinnen und Schüler, für deren Schulen sowie für das gesamte Land, betonte Karin Wolff.

Über die KMK-Bildungsstandards hinaus habe sich das Kultusministerium bis 2008 strategische Ziele gesetzt: So sollen die Lesekompetenz gesteigert, die Risikogruppe leistungsschwacher Schüler sowie die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss reduziert werden. Im Blick auf das angestrebte Stärken der Hauptschulen sei es bereits ein schönes Zwischenergebnis, dass der Anteil der Hauptschüler ohne Abschluss in Hessen von 21 auf 15 Prozent zurückgegangen ist.

In den Bereichen Unterricht, Personal und Budget sollen Hessens Schulen mit Beginn des neuen Schuljahrs ab August noch mehr Eigenverantwortung erhalten: Eine Jahresstundentafel anstelle starrer Wochenstundentafeln schaffe Möglichkeiten zum Bilden von Schwerpunkten, für fächerverbindende Projekte und generell mehr Flexibilität. Mit 3.500 neuen Lehrer- und 2.100 neuen Referendarstellen habe die CDU-geführte Landesregierung seit 1999 über 100.000 Wochenstunden Unterrichtsausfall beseitigt. Die Verlässliche Schule weiter verbessern will Karin Wolff nun mit qualifizierten Vertretungskräften im Rahmen der Unterrichtsgarantie Plus: An den Schulen vor Ort sollen eigene Vertretungspools dafür sorgen, dass ab August in den Klassen von 1 bis 10 Unterrichtsausfall zwischen der ersten und der sechsten Stunde der Vergangenheit angehört. Dafür stocke das Land die gegenüber 1999 auf 26 Millionen Euro verfünffachten Vertretungsmittel um weitere 16 Millionen Euro auf. Unmittelbar den eigenverantwortlichen Schulen kommen 30 der 42 Millionen Euro zugute.


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