Miteinander Theater machen
(red/idw) Auf der didacta 2012 in Hannover wurde das Kooperationsprojekt "Dramapädagogik" der Augsburger St. Georg-Mittelschule, der Universität Augsburg und des "Jungen Theaters Augsburg" mit dem Cornelsen Stiftungspreis "Zukunft Schule - Offene Lernformen im Zeitalter der Standardisierung" ausgezeichnet, jetzt hat es durch den "SPARDA Innovationspreis für kulturelle Bildung" auch regionalen Rückenwind bekommen.
13.07.2012 Artikel"Nach der erst ein halbes Jahr zurückliegenden bundesweiten Hervorhebung unseres Projekts auf der didacta, die die größte Fachmesse für Lehrkräfte aller Bildungsbereiche in Europa und die wichtigste Weiterbildungsveranstaltung der Branche ist, freut uns die Auszeichnung mit dem 'SPARDA Innovationspreis für Kulturelle Bildung' insofern ganz besonders, als mit ihre eine Anerkennung innerhalb der Augsburger Bildungslandschaft verbunden ist, die der Weiterführung unseres Projekts strukturellen und finanziellen Rückhalt gibt", so Heike Mengele. Als abgeordnete Lehrerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Augsburger Lehrstuhl für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und Interkulturelle Kommunikation/Didaktik des Deutschen als Zweitsprache koordiniert sie dessen maßgebliche Beteiligung am Kooperationsprojekt "Dramapädagogik" und betreut die Lehramtsstudentinnen und -studenten des Studiengangs "Didaktik des Deutschen als Zweitsprache" (DiDaZ), die in diesem Projekt mitarbeiten und hier wertvolle Praxiserfahrung sammeln.
Interkulturelles Lernen
"Kernstück des Projektes", erläutert Heike Mengele weiter, "ist nämlich das Miteinander alteingesessener und neuzugewanderter Schülerinnen und Schüler unter der Anleitung unserer Studentinnen und Studenten im Rahmen von dramapädagogisch-praktischen Projektwochen, auf die wir unsere Studentinnen und Studenten in der Theorie vorbereiten. Gemeinsam betreten in diesen Praxis-Projektwochen alle beteiligten Akteure immer wieder ästhetisches und sprachliches Neuland. Und unsere abschließenden Projektpräsentationen sind immer wieder erstaunlicher und eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Zusammenführung Verschiedenartiger unter dem Leitgedanken, gemeinsam 'Theater zu machen', die Summe all der ganz verschiedenartigen einzelnen Teile potenziert.
Die Erfahrungen, die wir bislang mit unserem seit nun schon vier Jahren laufenden Dramapädagogik-Projekt in Zusammenarbeit mit der St. Georg-Mittelschule und den Theaterpädagogen des 'Jungen Theaters Augsburg' gemacht haben, lassen erkennen, in welch hohem Maß kulturelle Bildung und Dramapädagogik unter den Bedingungen wachsender kultureller und sprachlicher Heterogenität in Schulen Potenziale für Sprachförderung und interkulturelles Lernen, nicht zuletzt aber auch für eine mit diesen Herausforderungen Schritt haltende Professionalisierung von Lehrerinnen und Lehrern bieten."
Effektive Sprachförderung
Die Kooperation zwischen Schulpraxis, universitärer Lehrerbildung und dem außerschulischen Partner "Junges Theater Augsburg" sei beispielhaft und vorbildlich, heißt es in der Begründung der Jury. Diese Kooperation stehe für innovative kulturpädagogische Arbeit und institutionelle Vernetzung im Bildungsbereich. Die beteiligten Lehramtsstudentinnen und -studenten würden von erfahrenen Theaterpädagogen in Theorie und Praxis an die dramapädagogischen Methoden herangeführt und könnten im zweiten Schritt - also während der Projektwoche und der abschließenden Projektpräsentation - dann unmittelbar erleben, welche Möglichkeiten diese Methoden für Sprachförderung und interkulturelles Lernen bieten und wie das szenisches Spiel und eine prozessorientierte Dramapädagogik durch gruppendynamische Prozesse in den Klassen wirken können - mit Blick auf eine effektive Sprachförderung ebenso wie mit Blick auf die persönliche Entwicklung von Seiteneinsteigern.
Die Projektbeteiligten hoffen nun auf eine erfolgreiche Weiterführung ihres Projekts und auf seine dauerhafte Verankerung im Schulalltag.
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