Nur ein Recycling bereits altbekannter Daten!
Enttäuscht zeigte sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, von der neuen Bildungsstudie der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) Dortmund.
12.03.2012 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)Die Studie biete nur ein Recycling bereits altbekannter Daten und früherer Studien und vermenge diese zu einer wenig überzeugenden neuen Gesamtschau, kritisierte der Verbandsvorsitzende.
Allgemein bemängelte der Bundesvorsitzende auch die inhaltliche Konzeption der Studie. Gemäß dem Qualitätskriterienkatalog der Studie sei das gerechteste Bildungssystem das, welches 100 Prozent Abiturquote, 100 Prozent Inklusionsquote und 100 Prozent Ganztagsschulquote aufweise. Quoten sagten aber nichts über Qualität aus. Damit, so Meidinger, werde die Fragwürdigkeit der inhaltliche Anlage der Bildungsstudie deutlich.
"Es ist auch unredlich, als Kriterium für Durchlässigkeit nach oben lediglich die Schul-formwechsler heranzuziehen. Entscheidend ist nicht, wie viele Schüler jeweils von der Realschule zur Hauptschule oder zum Gymnasium wechseln, sondern entscheidend ist, wie viele Jugendliche nach dem Hauptschulabschluss noch eine Mittlere Reife und wie viele nach der Mittleren Reife noch ein Abitur erwerben. Da steht Deutschland mit jeweils einem Drittel Aufsteiger sehr gut da", sagte Meidinger.
"Mit Sicherheit gibt es auch in Sachen Chancengerechtigkeit noch einen Nachholbedarf in vielen Bundesländern – der Chancenspiegel bietet dazu den Politikern aber keine große Hilfestellung!", betonte der Verbandschef.
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