Offene Ganztagsgrundschule sorgt für Aufbruchstimmung und Klima der Kooperation

Die Offene Ganztagsgrundschule hat zu einer Aufbruchstimmung an den Schulen geführt, Kreativität freigesetzt und dazu beigetragen, dass Kinder lieber in die Schule gehen als bisher. Dies ist das zentrale Ergebnis einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung, die Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer heute in Hamm gemeinsam mit den vier an der Studie beteiligten Instituten vorgestellt hat. Ute Schäfer: "Die Richtung, die wir eingeschlagen haben, stimmt. Wir sind auf dem Weg zu einer neuen Schule. Die offene Ganztagsgrundschule sichert bessere Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und schafft damit eine gute und fachlich kompetente Grundlage für eine individuelle Förderung der Kinder."

11.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Ziel der Studie war die Begleitung der Startsituation im Schuljahr 2003/2004 in 24 Schulen des ersten Jahrgangs, um Anregungen für die zukünftige Weiterentwicklung zu erhalten und die für die Jahre 2005 und 2006 vorgesehene Hauptstudie vorzubereiten. Befragt wurden Lehr- und Fachkräfte aus Jugendhilfe, Kultur und Sport. Das Ergebnis: Die Befragten sehen in der offenen Ganztagsschule einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen und angemessenen Förderung der Kinder. Die Eltern sind mit pädagogischer Qualität und Fördermöglichkeiten zufrieden. Die offene Ganztagsschule trägt bei zu einer besseren Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe. Die Schule wird zu einem Ort multiprofessionellen Handelns, Bildungsprozesse werden ganzheitlich angelegt. Ministerin Ute Schäfer: "Der offene Ansatz hat viel Kreativität freigesetzt. Die Verzicht des Landes auf die Vorgabe eines geschlossenen Konzepts war richtig. Die Befragten begrüßen, dass zu Beginn nicht schon alles feststand, sondern Zeit für die weitere Entwicklung blieb."

In der Studie formulieren Eltern, Lehr- und Fachkräfte Vorschläge zur Weiterentwicklung und zur Fortbildung des Personals, insbesondere im Hinblick auf die Verknüpfung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten und weitergehende individuelle Fördermöglichkeiten.

Im Mittelpunkt des Interesses steht auch die Weiterentwicklung von Konzepten zur Hausaufgabenhilfe, zur individuellen Förderung und zur Verknüpfung unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Angebote zu Musik, Kultur, Sport und Sprachförderung. "Wichtig ist für eine kindgerechte Gestaltung des Schultags in der offenen Ganztagsschule ein Rhythmus, der neben den Angeboten zur Hausaufgabenhilfe, zur Förde2 rung und zur Freizeitgestaltung auch genügend Raum für frei gestaltbare Zeiten lässt", so Ministerin Schäfer.

Die Kernergebnisse der Begleituntersuchung werden wie folgt zusammengefasst:

  • Kinder gehen lieber in die Schule, finden ein Stück Heimat,
  • Schule ist offener, das Image der Schule hat sich verbessert,
  • das Schulleben ist reichhaltiger,
  • die Hausaufgabenbetreuung wirkt sich positiv auf das Verhalten der Kinder im Unterricht aus (z.B. bessere Vorbereitung, Konzentration),
  • die Prozesse des Aushandelns von gemeinsamen Konzepten zwischen Schule und Jugendhilfe bewähren sich.

"Eltern fragen bei der Anmeldung ihres Kindes zur Schule inzwischen ganz gezielt nach der Einrichtung einer offenen Ganztagsschule. Damit möglichst alle Eltern davon profitieren, wollen wir die offene Ganztagsschule im Primarbereich weiter ausweiten", betonte die Ministerin. Im zweiten Jahr seit der Einführung besuchen heute rund 35.000 Kinder die Offene Ganztagsgrundschule. In 163 Gemeinden sind 703 offene Ganztagsschulen entstanden, und die Planungen für eine deutliche Steigerung im kommenden Schuljahr 2005/2006 sind in vollem Gange. Schäfer: "Bis 2007 wollen wir 200.000 Kindern einen Platz anbieten können."

Die Ministerin dankte den Gemeinden und den freien Trägern der Jugendhilfe für die gerade in der Startsituation wichtige konzeptionelle und organisatorische Unterstützung der Schulen. In jeder zweiten Schule wurde die Trägerschaft von einem freien Träger der Jugendhilfe übernommen.

Eine eigene wissenschaftliche Begleitung der Ganztagsschulentwicklung gibt es nur in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz. NRW legt als erstes Land Ergebnisse auf der Basis von Befragungen aller Beteiligten vor.

Das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder hatte im Jahr 2003 das Institut für soziale Arbeit in Münster (ISA), das Landesinstitut für Schule in Soest (LfS), das Sozialpädagogische Institut in Köln (SPI) und die Universität Dortmund im Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts (DJI/UniDo) mit der Durchführung der Studie beauftragt. Die Vorphase setzte sich aus einer Schulleiterbefragung, einer Elternbefragung und Gruppeninterviews zusammen. Die Befragungen wurden im Frühjahr 2004 durchgeführt.

Die Hauptstudie wird als Totalerhebung aller 703 offenen Ganztagsschulen des Schuljahres 2004/2005 angelegt. Sie umfasst Befragungen der Steuerungsebene von Kommunen, Trägern und Schulen, der beteiligten pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte, der Eltern und als neues Element eine Befragung der Kinder. Befragt werden auch Eltern, deren Kinder keine offene Ganztagsschule im Primarbereich besuchen. Materialien zum Kongress erhalten Sie unter www.bildungsportal.nrw.de. Weitere Informationen bieten die Internetseiten www.ganztag.nrw.de und www.isamuenster.de.


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