Olbertz: "Sachsen-Anhalt baut guten Stand bei PISA aus - neue Länder besonders erfolgreich"

Heute wurden in Berlin die Ergebnisse des PISA-Ländervergleichs bekannt gegeben. Alle Länder haben sich in der neuesten Studie deutlich verbessert. Insbesondere aber die neuen Länder fallen durch die größten Leistungsfortschritte ihrer 15jährigen Schülerinnen und Schüler auf. Sachsen ist in allen untersuchten Kompetenzbereichen (naturwissenschaftliche und mathematische Kompetenz sowie Lesevermögen) der Gewinner, gefolgt von Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg.

18.11.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt konnte seine gute Position aus der vorigen Untersuchung (2003) halten und ausbauen. Im Bereich der naturwissenschaftlichen Kompetenz, dem Schwerpunkt der aktuellen Untersuchung, folgt das Land mit Platz 5 im Ländervergleich direkt der Spitzengruppe Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg; bei den mathematischen Kompetenzen erreicht Sachsen-Anhalt die sechsthöchste Punktzahl, während sich hier vier Länder Rang 5 teilen.

Im Bereich Lesen liegt Sachsen-Anhalt diesmal innerhalb des OECD-Durchschnitts, aber im Bundesvergleich nur auf Rang 9. "Gerade dieser Kompetenzbereich muss uns weiterhin Kopfzerbrechen bereiten", erklärte Olbertz und kündigte weitere Initiativen zur Leseförderung im Land an.

In den Naturwissenschaften ist es Sachsen-Anhalt gelungen, die Risikogruppe (Jugendliche unter oder auf der untersten Kompetenzstufe) auf weniger als 15 Prozent zu senken. Bei einem OECD-Durchschnitt von 19,2 Prozent schaffen das nur vier weitere Länder.

In allen getesteten Kompetenzbereichen liegt Sachsen-Anhalt damit innerhalb oder oberhalb des Durchschnitts der OECD-Länder. Unter den vier deutschen Ländern, die im Zeitraum 2000-2006 signifikante Leistungsaufwüchse in allen drei Bereichen verzeichnen konnten, befinden sich allein drei neue Länder, darunter auch Sachsen-Anhalt.

Die Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung in Deutschland hat weiter abgenommen, ist aber im internationalen Vergleich nach wie vor zu hoch. In Sachsen-Anhalt ist der Faktor, um den der Gymnasialbesuch von Kindern aus Akademikerfamilien wahrscheinlicher ist als im Falle von Kindern aus Arbeiterfamilien, deutlich gesunken und der drittniedrigste aller Länder. Außerdem hat Sachsen-Anhalt mit Thüringen den höchsten Anteil von Kindern, die aus Familien von ungelernten und angelernten Arbeitern kommen und ein Gymnasium besuchen. Dennoch gehöre die Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung zu den wichtigsten Aufgaben der weiteren Entwicklung des Schulsystems in Deutschland insgesamt und auch in Sachsen-Anhalt, sagte Kultusminister Olbertz.

"Insgesamt zeigen die Ergebnisse für Sachsen-Anhalt", so der Minister, "dass es richtig war, in der Bildungspolitik des Landes auf Kontinuität und Konsolidierung zu setzen, Förderprogramme insbesondere für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler aufzulegen und stärkeres Augenmerk auf den Erwerb von Kernkompetenzen zu legen." Olbertz sprach den Lehrerinnen und Lehrern der Schulen des Landes für dieses Ergebnis Respekt aus und ermutigte sie, den eingeschlagenen Weg innerer Schulreformen engagiert fortzusetzen.


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