Perspektivwechsel bei den neuen Lehrplänen für das Abitur nach 12 Jahren: Stärkere Orientierung an den Kompetenzen

Schulministerin Barbara Sommer hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz Maßnahmen zur Umsetzung des Abiturs nach 12 Jahren vorgestellt. Durch die Schulzeitverkürzung mussten insbesondere die Lehrpläne für die Sekundarstufe I am Gymnasium umgestaltet werden. Barbara Sommer: "Wir haben den Unterrichtsstoff des entfallenden Schuljahres nicht einfach auf die anderen Jahrgänge verteilt. Die Schulzeitverkürzung bedeutet, dass der Unterricht selbst auf den Prüfstand gestellt und in Teilen neu definiert werden musste."

01.10.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Bei der Erarbeitung der neuen Lehrpläne wurden alle Inhalte überprüft. Nun ersetzen die neuen "schlanken" Kernlehrpläne die bisherigen umfangreichen inhaltliche Vorgaben und didaktischen Empfehlungen. Dabei wurde eine grundsätzlich andere Herangehensweise gewählt: Die Orientierung an den Inhalten hat Platz gemacht für eine Orientierung an den Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler erwerben sollen. "Die Kernlehrpläne beschreiben, welche Lernergebnisse am Ende eines Bildungsabschnittes erreicht werden müssen: Das ist ein Perspektivwechsel in der Didaktik", betonte Schulministerin Sommer.

Unter Einhaltung der von der Kultusministerkonferenz vorgegebenen Standards für den mittleren Bildungsabschluss wurden die Lehrpläne auf einen obligatorischen Kernbereich reduziert, der ausreichende Gestaltungsspielräume für die individuelle Unterrichtsgestaltung der Lehrer lässt. Diese werden ergänzt durch inhaltliche Schwerpunkte.

Eine Grundvoraussetzung bei der Verschlankung der Lehrpläne war, dass die Qualität der Abschlüsse gewährleistet ist. Der Bildungsforscher Olaf Köller, Direktor des Instituts für Qualitätsforschung in Berlin, hat in einem Gutachten die neu erarbeiteten Lehrpläne daraufhin überprüft: "Die Umsetzung der Bildungsstandards ist eine wichtige Voraussetzung für die Verbesserung der Bildungserträge. In den nordrheinwestfälischen Kernlehrplänen ist diese Umsetzung ausgesprochen gut gelungen."

Um die Lehrerinnen und Lehrer bei diesem Umstellungsprozess zu unterstützen, hat das Schulministerium gemeinsam mit ausgewählten Schulen jeweils drei Musterlehrpläne für die Hauptfächer entwickelt. Diese Musterlehrpläne zeigen, wie eine schulinterne Umsetzung konkret aussehen kann.

Die Umstellung der Lehrpläne hat notwendigerweise auch Auswirkungen auf die Schulbücher. Barbara Sommer: "In einem kompetenzorientierten Unterricht steht exemplarisches Lernen im Vordergrund. Wesentliche Aufgabe eines guten Schulbuches ist es, Lernangebote zu unterbreiten. Deshalb werden in den neuen Schulbüchern die unverzichtbaren Inhalte deutlich ausgewiesen und von den fakultativen Angeboten optisch klar abgegrenzt: Die Schulbücher stellen die Transparenz her, die Planung und Durchführung im verkürzten Bildungsgang erleichtert."

Darüber hinaus stellen die Verlage den Lehrerinnen und Lehrern zusätzliche Hilfen für die Stoffverteilung im Schuljahr zur Verfügung. Wolf-Rüdiger Feldmann, stellvertretender Vorsitzender des VdS Bildungsmedien: "Die neuen Schulbücher sind Wegweiser. Die obligatorischen Inhalte sind in ihnen erkennbar. Damit sind sie für Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung der neuen Lehrpläne für das Abitur nach 12 Jahren eine große Hilfe."


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