Philologen NRW

PISA- Ergebnisse 2012 für Deutschland außerordentlich erfreulich

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband wertet die in der 5. PISA-Studie dokumentierten Ergebnisse als sehr ermutigendes Signal für das Bildungssystem in Deutschland. Im Zentrum der Studie steht die Mathematik. Dort wie ebenso in den Untersuchungsbereichen des Lesens und der Naturwissenschaften liegen die Ergebnisse für deutsche Schülerinnen und Schüler signifikant über dem Durchschnittswert der 34 OECD-Staaten (Mathematik: Durchschnitt: 494, Deutschland: 514 / Lesen: Durchschnitt: 496, Deutschland: 508 / Naturwissenschaften: Durchschnitt: 501, Deutschland: 524).

03.12.2013 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Kontinuierlich verbesserte bzw. stabilisierte sich der OECD-Rangplatz Deutschlands im Rahmen der PISA-Studien (Mathematik: von Platz 20, 16, 14, 10 auf 2012: 10 / Lesen: von Platz 21, 18, 14, 16 auf 2012: 13 / Naturwissenschaften: von Platz 20, 15, 8, 9 auf Platz 7).

Unter den insgesamt teilnehmenden 65 Ländern zählen neben den OECD-Staaten 31 Partnerländer und -volkswirtschaften. Die südasiatischen Länder nehmen bei den Ergebnissen die Spitzenplätze ein.

"Bei aller Zufriedenheit mit den Befunden darf nicht vergessen werden, dass PISA nur eine Momentaufnahme und einen sehr eingeschränkten Blick auf Schul- und Schülerleistungen insgesamt vornehmen kann. Weder wird die Umfänglichkeit der an der Schule vermittelten Kompetenzen, noch auch nur annähernd die Komplexität der in der Schule vermittelten Bildung erfasst. Vor diesem Hintergrund wird die PISA-Studie nicht wertlos, aber relativiert. Sie kann Schwachstellen nennen, Impulse geben, doch angesichts der strukturellen Unterschiedlichkeit der Bildungssysteme in den untersuchten Ländern nur sehr eingeschränkt Wege zur Korrektur aufzeigen", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes.

Zu dem positiven Resümee zählt auch, dass es in der Mathematik beispiels-weise zu Finnland und Kanada keine auffällige Leistungsabweichung gibt. Für die Lesekompetenz zeigt sich dies im Vergleich Deutschlands beispiels-weise zu Australien oder Neuseeland und bei den Naturwissenschaften ist keine Abweichung mehr zu Kanada oder Australien festzustellen.

Zu dem guten Ergebnis Deutschlands trägt vor allem bei, dass sich die Gruppe der leistungsschwächsten Schülerinnen und Schüler von 2000 bis 2012 deutlich verringert hat. Sie reduzierte sich in Mathematik von 22 auf 18 Prozent, in der Lesekompetenz von 22 Prozent auf 14 Prozent und bei den   Naturwissenschaften von 26 Prozent auf 12 Prozent. Der sozio-ökonomische Einfluss ging von 24 Prozent auf 17 Prozent zurück. Ebenso wurde der Leistungsabstand der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund kleiner. Er entspricht dennoch durchschnittlich anderthalb Jahren.

Unbestritten stellt der wachsende Anteil der Mädchen, die sich gegenüber der Mathematik ablehnend verhalten, eine Herausforderung dar. Ihre Leistungen bleiben hinter denen der Jungen im Fach Mathematik in Deutschland zurück.


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