Reform der gymnasialen Oberstufe

"Mehr Unterricht im Klassenverband, breitere Allgemeinbildung und die Stärkung der Naturwissenschaften und der Sprachen - das sind die grundsätzlichen Forderungen der GEW Thüringen an eine Reform der gymnasialen Oberstufe". Das erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen, Jürgen Röhreich, heute im Vorfeld einer Schulleiterberatung. Mit Blick auf die demografische Entwicklung hatte die Bildungsgewerkschaft bereits im Jahr 2004 dem Ministerium ein Konzept zur Umgestaltung der Gymnasialen Oberstufe vorgelegt.

27.03.2007 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Die von der GEW Thüringen unterbreiteten Vorschläge basieren auf folgenden Prämissen:

  • mehr Unterricht im Klassenverband und in stabilen Lerngruppen,
  • eine höherer Grad der Allgemeinbildung,
  • eine erhöhte Eigenverantwortung der Schüler beim Einbringen von Leistungen in die Abiturwertung,
  • die Anwendung moderner Unterrichtsformen (fächerübergreifend, fächerverbindend, fächerintegrierend) wird vereinfacht,
  • Berufsorientierung und Studienvorbereitung als gemeinsames Anliegen von Schule, Wirtschaft und Gesellschaft wird erweitert und intensiviert.Dabei ist das Seminarfach von besonderer Bedeutung.

Die Grundlage für die Umsetzung dieser Vorhaben bildet eine veränderte Fächerstruktur, die sich in Kern- und Neigungsfächer mit einem Umfang von je 4 Wochenstunden und Ergänzungsfächer mit je 2 Wochenstunden gliedern soll.

Die Kern- und Neigungsfächer zeichnen sich durch ein erhöhtes Anforderungsniveau aus. Für jeden Schüler sollen die drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und Englisch Pflichtfächer sein.

"Wir haben unseren präzisierten Vorschlag zur Reform der gymnasialen Oberstufe dem Kultusministerium im Februar 2007 erneut vorgelegt. Wir wollen damit unseren Beitrag leisten, um Qualität des Abiturs in Thüringen zu stärken und die Schließung kleiner Gymnasien verhindern", so Röhreich abschließend.

Anhang: Übersicht über die Fächerstruktur des GEW-Vorschlags

Komplex 1: Kern- und Neigungsfächer

Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau (je 4 Stunden pro Woche)

Pflichtbereich:

  1. Pflichtfach: Deutsch
  2. Pflichtfach: Mathematik
  3. Pflichtfach: Englisch

Wahlpflichtbereich:

  1. Neigungsfach: Physik, Biologie, Chemie oder Informatik
  2. Neigungsfach: Geografie, Ethik, Religion, Sozialkunde oder Wirtschaft/Recht

Komplex 2: Ergänzungsfächer

Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau (Je 2 Stunden pro Woche)

  1. Ergänzungsfach: Geschichte
  2. Ergänzungsfach: Sport
  3. Ergänzungsfach: zweite Fremdsprache (aus Kl. 5 bis 10) oder eine neue Fremdsprache
  4. Ergänzungsfach: Geografie, Sozialkunde, Ethik, Religion oder Wirtschaft/Recht
  5. Ergänzungsfach: Physik, Biologie, Chemie oder Informatik
  6. Ergänzungsfach: Physik, Biologie, Chemie oder Informatik
  7. Ergänzungsfach: Kunst, Musik oder Darstellendes Gestalten

Hinweis:
Jeder Schüler belegt alle drei Fächer im Pflichtbereich und je ein Neigungsfach aus dem angeführten Spektrum. Hinzu kommen 7 Neigungsfächer (je ein Fach aus dem angegebenen Spektrum). Zu beachten ist, dass Neigungs- und Ergänzungsfächer unterschiedlich sein müssen.

Komplex 3: Seminarfach

Nach einer Wochenstunde in Klasse 10 wird das Seminarfach in Klasse 11 mit zwei Wochenstunden ganzjährig absolviert (inklusive Verfassen der Seminarfacharbeit und Verteidigung in Kolloquien).

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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