Baden-Württemberg

Regionale Netzwerke zur interkulturellen Öffnung von Unterricht und Schule in Baden-Württemberg

"Lehrerinnen und Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte sind Vorbilder für eine gelungene Integration und Vermittler zwischen den Kulturen. Dank ihrer besonderen interkulturellen Kompetenzen können sie die Integration und den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund besonders fördern", sagten Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL und der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster heute (29. November 2010) bei der Unterzeichnung der Vereinbarung über die Kooperation des Kultusministeriums mit der Landeshauptstadt Stuttgart zur Weiterentwicklung des Stuttgarter Projekts "Migranten machen Schule!" als Landesmodell "Migranten machen Schule! – Regionale Netzwerke zur interkulturellen Öffnung von Unterricht und Schule in Baden-Württemberg".

29.11.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Die geplanten Netzwerke auf der Ebene der Staatlichen Schulämter sollen Schulen und Lehrkräften beratend zur Seite stehen, Austausch und Qualifizierungsmöglichkeiten für Lehrkräfte mit und ohne Migrationshintergrund koordinieren sowie bei der Lehrerausbildung und -fortbildung zu interkulturellen Themen mitwirken. Ziel ist die interkulturelle Öffnung von Unterricht und Schule. "Die individuelle Förderung von Kindern aus bildungsfernen Familien mit und ohne Migrationshintergrund müssen wir noch stärker in den Blick nehmen, nur so können wir den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg weiter lockern", sagte Kultusstaatssekretär Georg Wacker. Er verwies in diesem Zusammenhang auf den von Kultusministerin Marion Schick initiierten Expertenrat "Herkunft und Bildungserfolg", der bis Anfang 2011 Handlungsempfehlungen ausarbeiten wird.

Zum einen sollen über die regionalen Netzwerke die besonderen Ressourcen von Lehrkräften mit Migrationshintergrund herausgestellt und genutzt werden. Darüber hinaus sieht das baden-württembergische Modell vor, verstärkt Lehrkräften ohne Migrationshintergrund interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. "Für ein verständnisvolles Miteinander und einen guten Kontakt zwischen Schule und Elternhaus ist es wichtig, dass alle Lehrkräfte unabhängig von ihrer Herkunft interkulturelle Kompetenzen einbringen können", sagte Wacker.

Vorbild für das Konzept der Netzwerke ist das Projekt "Migranten machen Schule!" der Landeshauptstadt Stuttgart. Damit nahm Stuttgart bereits 2006 eine Vorreiterrolle ein. Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: "Vielfalt im Klassenzimmer ist in Stuttgart längst selbstverständlich, hier stammt mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler aus Zuwandererfamilien. Vielfalt auch im Lehrerzimmer zu verwirklichen, ist Ziel unseres Projekts." Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund seien für die Kinder und Jugendliche Brückenbauer. Durch ihre Biographie hätten sie oft einen besseren Zugang zu Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. "Das erleichtert auch das Gespräch zwischen Schule und Elternhaus. Im Sinne der Nachhaltigkeit begrüßen wir es sehr, dass das Kultusministerium Baden-Württemberg nun die Initiative der Landeshauptstadt aufgreift und auf Landesebene weiter entwickelt", so OB Schuster.

In den Netzwerken sollen Regierungspräsidien, Staatliche Schulämter, Schulen und die lehrerbildenden Hochschulen ihr Fachwissen austauschen, Impulse für interkulturelle Ansätze im Unterricht geben und gemeinsam Projekte und Fortbildungen zu interkulturellen Themen ins Leben rufen. In die Netzwerkarbeit sollen insbesondere auch die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung einbezogen werden, um das Prinzip der Interkulturalität stärker in der Lehrerausbildung zu berücksichtigen.

Zur Finanzierung des Projekts "Migranten machen Schule! – Regionale Netzwerke zur interkulturellen Öffnung von Unterricht und Schule in Baden-Württemberg" stellt das Kultusministerium in den Jahren 2010/2011 Ressourcen von insgesamt rund 190.000 Euro zur Verfügung.


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