Saarland beim Pflichtfach Informatik bundesweit an der Spitze
Das Saarland gehört beim Pflichtfach Informatik zur bundesweiten Spitzengruppe. Das bestätigt der Informatik-Monitor 2026/27: Als eines von nur drei Bundesländern hat es den wissenschaftlich empfohlenen Umfang von sechs Jahreswochenstunden in der Sekundarstufe I in seinen Stundentafeln verankert.
30.10.2026 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandDamit stärkt das Ministerium für Bildung und Kultur die digitalen Kompetenzen junger Menschen und schafft unabhängig von der sozialen Herkunft eine Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Chancen.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Die digitale Welt prägt, wie wir lernen, arbeiten und miteinander leben. Wir wollen, dass junge Menschen diese Welt verstehen, kritisch hinterfragen und selbstbewusst mitgestalten können. Dafür brauchen sie Wissen über informatische Zusammenhänge ebenso wie die Fähigkeit, Informationen einzuordnen und verantwortungsvoll mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Mit dem Pflichtfach Informatik schaffen wir dafür eine gemeinsame Grundlage – unabhängig vom Elternhaus. Dass das Saarland bundesweit zur Spitzengruppe gehört, bestätigt unseren Weg. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter: Wir stärken Informatik von der Sekundarstufe I bis zum Abitur, verankern digitale Bildung an den Förderschulen und qualifizieren Lehrkräfte für diese Aufgabe. So machen wir digitale Bildung zu einer Frage der Chancengerechtigkeit.“
Der aktuelle Informatik-Monitor zeigt: Inzwischen haben zehn Bundesländer Informatik als Pflichtfach an allen Schulformen der Sekundarstufe I verankert. Den von der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) empfohlenen Gesamtumfang von sechs Jahreswochenstunden erreichen in ihren Stundentafeln bislang jedoch nur drei: das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Das Saarland gehört damit zu den Vorreitern bei der verbindlichen Verankerung des Fachs.
An den saarländischen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sehen die Stundentafeln in den Klassenstufen 7 und 8 jeweils zwei Wochenstunden sowie in den Klassenstufen 9 und 10 jeweils eine Wochenstunde Informatik vor. Die Einführung erfolgt schrittweise. Dadurch werden informatische Grundlagen über mehrere Schuljahre hinweg aufgebaut und vertieft. Der gemeinsame Unterricht eröffnet allen Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entdecken, Interesse an technischen Zusammenhängen zu entwickeln und neue berufliche Perspektiven kennenzulernen.
Informatik und reflektierten Umgang mit KI in der Oberstufe stärken
Mit der neuen Verordnung für die gymnasiale Oberstufe stärkt das Saarland die Informatik auch auf dem Weg zum Abitur. Das Fach wird beim Stundenumfang den Naturwissenschaften gleichgestellt: Informatik wird künftig als dreistündiger Grundkurs oder als fünfstündiger Leistungskurs unterrichtet. Damit erhalten Schülerinnen und Schüler mehr Raum, ihre Kenntnisse zu vertiefen.
Digitale Bildung an Förderschulen verbindlich verankern
Auch mit der neuen Förderschulverordnung stärkt das Saarland den Zugang zu informatischer Bildung. Informatik wird an allen Förderschulen mit Ausnahme des Förderschwerpunkts Geistige Entwicklung verbindlicher Bestandteil der Stundentafeln. Damit erhält digitale Bildung einen festen Platz im Unterricht. Die Unterrichtsinhalte orientieren sich am Lern- und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler. Ziel ist, junge Menschen entsprechend ihren individuellen Voraussetzungen darin zu stärken, sich in einer zunehmend digitalen Welt zurechtzufinden und an ihr teilzuhaben.
Lehrkräfte qualifizieren und neue Zugänge zum Beruf eröffnen
Für guten Informatikunterricht braucht es qualifizierte Lehrkräfte. Das Saarland verbindet deshalb die Weiterbildung bereits tätiger Lehrkräfte mit neuen Zugangswegen in den Schuldienst. Der Informatik-Monitor weist für das Schuljahr 2024/25 insgesamt 74 Lehrkräfte aus, die eine Weiterbildung für Informatik in der Sekundarstufe I abgeschlossen haben.
Seit 2024 eröffnet zudem der Quereinstiegsmaster einen zusätzlichen universitären Weg zum Master of Education – zunächst in Physik und Informatik, inzwischen auch in weiteren Fächern. Ergänzend wurde der direkte Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst für Bedarfsfächer wie Informatik geöffnet. So gewinnt das Saarland zusätzliche Fachkräfte für den Unterricht und erschließt neue Bewerbergruppen für den Lehrerberuf.
Ausstattung, Unterricht und Qualifizierung zusammendenken
Die Stärke des Saarlandes bei der digitalen Bildung zeigt sich auch im Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Dieser hebt den bereits hohen Umfang des Informatikunterrichts und die überdurchschnittliche Verfügbarkeit von schnellem WLAN hervor.
Das Saarland verbindet die technische Ausstattung mit pädagogischen Konzepten: Das Pflichtfach Informatik ab Klassenstufe 7, das Basiscurriculum Medienbildung und informatische Bildung, digitale Lernangebote, die Landesinstitutsstruktur für schulische Medienbildung und die Qualifizierung von Lehrkräften greifen ineinander. Das Digitale-Bildung-Gesetz sichert die digitale Bildung rechtlich ab.
Hintergrund
Der Informatik-Monitor ist ein Gemeinschaftsprojekt des Stifterverbandes, der Gesellschaft für Informatik und der Heinz Nixdorf Stiftung. Er untersucht jährlich den Stand der informatischen Bildung in den Bundesländern. Im Mittelpunkt stehen das Unterrichtsangebot, die Verankerung des Fachs in den Stundentafeln sowie die Ausbildung und Qualifizierung von Informatiklehrkräften.
Weitere Informationen: www.informatik-monitor.de/2026-27
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