Saarland: Woche der digitalen Bildung 2026 ist gestartet
Mit einer Auftaktveranstaltung an der Universität des Saarlandes ist gestern, am 2. März 2026, die „Woche der digitalen Bildung“ gestartet. Unter dem Motto „Potenzial digital – im Zeitalter von KI“ rückt die diesjährige Ausgabe das Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt.
03.03.2026 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandZiel ist es, Lehrkräften praxisnahe Impulse zu geben und gemeinsam zu erarbeiten, wie digitale Werkzeuge Schule moderner, lebendiger und chancenreicher für alle machen können.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Unsere Schülerinnen und Schüler wachsen in einer Welt auf, in der Informationen in Sekunden verfügbar sind, in der Algorithmen Meinungen verstärken und in der Künstliche Intelligenz längst Texte schreibt und Bilder erzeugt. Wenn wir Schule ernst nehmen, dann müssen wir auch diese Realität ernst nehmen. Digitale Mündigkeit gehört heute selbstverständlich zu den Grundaufgaben unseres Bildungssystems. Junge Menschen haben ein Recht darauf, die Welt, in der sie leben, zu verstehen – und sie aktiv mitzugestalten. Unser Anspruch im Saarland ist es, digitale Bildung so zu verankern, dass sie Bildungsgerechtigkeit stärkt und allen Kindern – unabhängig von Schule, Region oder Herkunft – die gleichen Chancen eröffnet. Dafür braucht es kontinuierliche Qualifizierung, professionelle Unterstützung und verlässliche Fortbildungsangebote für Lehrkräfte. Die Woche der digitalen Bildung schafft genau diesen Raum: Sie bietet praxisnahe Impulse, Orientierung und konkrete Werkzeuge, um digitale Medien und Künstliche Intelligenz passgenau im Unterricht einzusetzen.“
Die Vermittlung von Medienkompetenz findet im Saarland bereits ab Klassenstufe 1 der Grundschule statt und wird im Rahmen des Basiscurriculums Medienbildung und Informatische Bildung für die Klassenstufen 1 bis 10 fachintegrativ umgesetzt.
Bereits heute profitieren alle 327 Schulen von einer flächendeckenden digitalen Ausstattung: Über 100.000 mobile Endgeräte für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 3 ermöglichen digitale Teilhabe für alle.
Seit dem Schuljahr 2023/24 ist Informatik Pflichtfach ab Klasse 7, Lehrkräfte wurden systematisch am Bildungscampus des Saarlandes qualifiziert.
Mit dem saarländischen Gesetz zur Digitalen Bildung (DiBiG) wurde erstmals bundesweit ein verbindlicher gesetzlicher Rahmen geschaffen, der digitale Bildung strukturell, pädagogisch und sozial gerecht verankert.
Mit der Landesweiten Systematischen Medienausleihe (LSMS) und der Online-Schule Saarland (OSS) ist eine digitale Infrastruktur entstanden, die Lernen, Unterricht und Medienbereitstellung effizient, sicher und chancengerecht gestaltet.
Bereits erprobte Pilotprojekte zeigen, dass KI im Unterricht effektiv funktioniert: KI wird fächerübergreifend eingesetzt, z. B. zur Analyse von KI-generierten Texten oder Bildern in Deutsch, Ethik oder Kunst. Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte erhalten landesweit Zugang zu geprüften, datenschutzkonformen KI-Werkzeugen über unsere Bildungsinfrastruktur.
Lehrkräfte können damit Unterrichtsinhalte erstellen, Lernprozesse begleiten und individuelle Lernwege eröffnen – immer unter Beachtung des EU-AI-Acts und des saarländischen Schulwesen-Datenschutzgesetzes.
Auch in Bezug auf Leistungsbewertungen schafft das Saarland klare Orientierung. Der seit dem Schuljahr 2023/24 geltende Leistungsbewertungserlass erlaubt KI-unterstützte Arbeitsprozesse, solange die eigenständige Leistung der Schülerinnen und Schüler erkennbar bleibt. KI kann somit beim Strukturieren von Gedanken, bei Erklärungsprozessen oder als Sprachanregung unterstützen, darf aber keine vollständigen Aufgaben übernehmen oder Bewertungen ersetzen. Entscheidend bleibt die reflektierte Auseinandersetzung mit dem KI-Output.
Der neu eingeführte KI-Chatbot „telli“ ermöglicht es Lehrkräften Unterrichtsmaterialien an unterschiedliche Lernstände anzupassen, strukturierte Erklärungen oder Arbeitsaufträge zu erstellen und organisatorische Aufgaben zu erleichtern. Darüber hinaus können sie sogenannte Lernszenarien oder Dialogpartner anlegen, die Schülerinnen und Schüler über zeitlich begrenzte QR-Codes erreichen. Damit lassen sich historische Persönlichkeiten, Gesprächssituationen oder thematische Lernbegleiter simulieren und sicher im Unterricht einsetzen.
Der seit September laufende schrittweise Roll-Out der Schulverwaltungssoftware DESC an allen Grundschulen im Saarland ist ein Erfolg. DESC bündelt alle Verwaltungsprozesse einer Schule in einem einheitlichen digitalen System. Das Ziel ist, Abläufe zu vereinfachen, Papierarbeit zu reduzieren und Daten rechtssicher zu verwalten.
Diese Maßnahmen bilden gemeinsam das Rückgrat einer digitalen Schule im Saarland, die chancengerecht, zukunftsfähig und nachhaltig gestaltet ist.
Die „Woche der Digitalen Bildung“ findet in Kooperation mit dem Bildungscampus Saar vom 2. bis 6. März 2026 in einem hybriden Format statt. Sie bringt wissenschaftliche Expertise, schulische Praxis und bildungspolitische Perspektiven zusammen. Weitere Partner sind die Universität des Saarlandes, die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, das East Side Fab, die Landesmedienanstalt Saarland sowie das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit. Mit dem neuen Fortbildungsformat setzt das Saarland seinen Weg fort, Schule und Unterricht im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung strategisch weiterzuentwickeln und Lehrkräfte nachhaltig zu unterstützen.
Weitere Informationen zum Veranstaltungsangebot finden Sie unter: https://online-schule.saarland/unterrichten/woche-der-digitalen-bildung-2026-angebotsuebersicht/
- Digitale Bildung und Chancengerechtigkeit konsequent stärken
- Saarland führt landesweit KI-Chatbot „telli“ an allen Schulen ein
- Wirtschaftswissen als fester Bestandteil schulischer Bildung
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