Schulen in belasteten Quartieren gestärkt

Die Schnellabfrage der Bildungsverwaltung zeigt, dass sich die Ausstattung der Schulen mit einem hohen Anteil von Schülerinnen mit Migrationshintergrund und/oder aus sozialschwachen Familien verbessert hat. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis in Schulen mit einem Anteil von 60-90% hat sich das ohnehin sehr gute Schüler-Lehrer-Verhältnis geringfügig, in der Gruppe ab 90% sogar deutlich verbessert. In dieser Gruppe fiel die Betreuungsrelation von durchschnittlich 14,6 auf 13,9 Schüler pro Lehrer.

09.10.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Mit der Neufassung der Organisationsregeln zu diesem Schuljahr, wollte ich einerseits erreichen, Schulen mit sehr vielen Schülerinnen und Schülern mit Bildungsnachteilen besser auszustatten. Mir ist wichtig, dass das nicht zu Lasten anderer Gruppen gegangen ist. Es freut mich, dass in der ganzen Breite keine Schulgruppe schlechter ausgestattet ist und dass auch Schulen mit hohen Schüler-Lehrer-Relationen (weil sie nur wenige Schülerinnen und Schülern mit Bildungsnachteilen haben), in diesem Jahr deutlich besser ausgestattet sind.

Andererseits war das Ziel, die Schulen gleichmäßiger mit Lehrkräften auszustatten um damit Unterrichtsausfall zu vermeiden. Auch durch die Einführung eines Klassenfaktors ist es gelungen, Ausstattungsprobleme zum Schuljahresbeginn weitestgehend zu vermeiden. Ich bin davon überzeugt das die größere Verlässlichkeit und Transparenz in der quantitativen Ausstattung der Schulen die notwendige Voraussetzung dafür ist, die Qualität der Arbeit und den Schulen weiter zu verbessern."

Um die Unsicherheiten in der Ausstattung der Einzelschulen zu beseitigen und gegebenenfalls Lehrkräfte umsetzen zu können, sind alle öffentlichen Schulen in der Schnellabfrage gebeten worden, in den ersten Schultagen die Schülerzahlen zu melden.

Im Ergebnis der Schnellabfrage beträgt die Ausstattung der Schulen nahezu 100%. Bei einem Lehrkräftebestand von insgesamt 21 900 Vollzeiteinheiten gibt es über die mehr als 800 Schulen hinweg ein geringfügiges Minus von 38 Stellen.

Im Ergebnis bestätigt die Auswertung der Schnellabfrage die Erwartungen an die Veränderungen in den Zumessungsrichtlinien der Lehrkräfte:

  • Das Verfahren zur Ermittlung des Bedarfs 1) und der Zuweisung von Personalressourcen an die einzelnen Schulen ist einfacher und transparenter geworden.
  • Die Informationen zur Unterrichtsversorgung liegen frühzeitiger vor.
  • Die Zuweisung von Personalressourcen außerhalb der Stundentafel (Sprachförderung, Ganztagsbetreuung, integrativer Unterricht, Profilbildung usw.) wurde gesichert und präzisiert. Inhaltlich hat die Umstellung von einem Schülerfaktor auf das neue Klassenteiler-Modell in den Grundschulen sich besonders in den strukturschwachen Gebieten der Stadt positiv ausgewirkt.
  • Die zugewiesenen Lehrkräfte-Wochenstunden sichern nun die Stundentafel und den Förderunterricht für jede eingerichtete Klasse als Sockelbetrag ab. Dies ist eine Gewährleistung der Stundentafel und des Förderunterrichts, die erstmals unabhängig von den tatsächlich realisierten Frequenzen in den einzelnen Klassen wirkt.
  • Ebenfalls positiv wirkt die Veränderung der Verteilungssystematik bei der Sprachförderung. Hier profitieren insbesondere Regionen, die durch sehr viele lernmittelbefreite Schüler und gleichzeitig sehr viele Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache doppelt belastet sind. Die Stunden konnten damit möglichst gerecht und sachangemessen an die tatsächlich betroffenen Schulen verteilt werden.
  • Schulen die durch individuell besondere Tatbestände einen anerkannten zusätzlichen Bedarf an Stunden hatten, konnten durch den neu geschaffenen Dispositionspool für Sprachförderung und für Integration auch außerhalb der Zumessungsmodelle an Lehrkräftestunden partizipieren.

Gegenüber dieser Momentaufnahme der Schnellabfrage werden im Rahmen der Lehrerbedarfsfeststellung zum 01.11.2008 Veränderungen im Bestand und Bedarf erwartet. Diese Tatbestände können noch nicht quantifiziert vorliegen, da die exakte Prüfung aller Bedarfe und die Kontrolle des erteilten Unterrichts der Lehrkräfte erst noch erfolgt. Erfahrungen aus den Vorjahren lassen auf eine weitere Verbesserung der Unterrichtsversorgung schließen.

Unterrichtsversorgung 2) öffentlicher Berliner Schulen am 18.09.2008:

Region Bedarf Bestand Bilanz Bilanz in % Profilbedarf
Mitte 1845 1835 -10 99% 81
Friedrichshain-Kreuzberg 1490 1496 6 100% 63
Pankow 1514 1513 -1 100% 53
Charlottenburg-Wilmersdorf 1653 1634 -19 99% 60
Spandau 1330 1332 2 100% 50
Steglitz-Zehlendorf 1734 1700 -34 98% 66
Tempelhof-Schöneberg 1774 1763 -11 99% 75
Neukölln 1882 1879 -3 100% 76
Treptow-Köpenick 1033 1032 -1 100% 37
Marzahn-Hellersdorf 1287 1293 6 100% 54
Lichtenberg 1230 1200 -30 98% 44
Reinickendorf 1580 1586 6 100% 71
zentral verwaltete Schulen 3586 3637 51 101% 0
Berlin insgesamt 21938 21900 -38 100% 730

Weitere Infos unter: www.berlin.de/sen/bwf/


1) Dabei beinhaltet der "Bedarf" die Zumessung für die Stundentafel, für Teilungsstunden/Förderunterricht, für strukturelle Unterstützung und die Zumessung aus dem Dispositionspool. Unter "Profilbedarf" ist die Zumessung für Profile der Schulen ausgewiesen.

2) alle Angaben in Vollzeiteinheiten (VZE)

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