Baden-Württemberg

Schuljahr 11/12: Eltern, Schüler und Lehrer erwarten mutige Schritte

"Ich schlage das Wort ´demografische Rendite´ als Unwort des Jahres vor. Wer meint, durch die zurückgehenden Schülerzahlen könnten in den nächsten Jahren Lehrerstellen eingespart werden, verspielt die Chance, endlich die großen Defizite in den baden-württembergischen Schulen abzubauen. So lange zwei Drittel der Kinder mit Migrationshintergrund in der dritten Grundschulklasse nicht richtig Deutsch können und die Arbeitgeber vergeblich nach Fachkräften suchen, muss mehr und nicht weniger für unsere Bildungseinrichtungen ausgegeben werden", sagte am Mittwoch (07.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

07.09.2011 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von der Landesregierung mutige Schritte für Qualitätssteigerungen, sichtbare Schritte zum Abbau der schlechteren Bildungschancen sozial Benachteiligter und zur Bildung von Gemeinschaftsschulen. "Die Sprachförderung ist ein Beispiel, wie bei uns Bildungschancen fahrlässig vergeben werden. Schulen haben keinen Anspruch auf Mittel für Sprachförderung, sondern die zufällige Stundenzuweisung bestimmt, welchen Bildungsabschluss Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen erreichen können", sagte Moritz.

Die GEW setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit zwischen Kitas und Grundschulen durch abgesicherte Stundenzuweisungen zu professionalisieren, den Orientierungsplan verbindlich zu machen und die Qualitätsentwicklung in den KiTas zu intensivieren. "Eltern, Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer erwarten, dass die Klassenteiler wie versprochen weiter gesenkt werden und die Schulen bei inklusiven Projekten nicht allein gelassen werden", sagte Moritz.

Die Einführung von Gemeinschaftsschulen soll durch einen Schulentwicklungsplan begleitet werden, um eine systematische Planung regionaler Schulstandorte zu ermöglichen. "Gemeinschaftsschulen werden gelingen, wenn die Landesregierung mit wenigen, gut ausgestatteten Schulen startet, diese intensiv durch Experten begleitet und klare Rahmenbedingungen schafft. Das Kultusministerium muss steuernd eingreifen und darf keinen unqualifizierten Wildwuchs zulassen, auch wenn dann interessierte Kommunen nicht sofort mit einer Gemeinschaftsschule an den Start gehen können", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden